StartGesellschaftMarokko – Tausende demonstrieren in Rabat gegen humanitäre Lage in Gaza

Marokko – Tausende demonstrieren in Rabat gegen humanitäre Lage in Gaza

Zentrale Forderung - Ende der Blockade und des „kollektiven Hungerns“

Breites Bündnis ruft zur Solidarität auf – Zivilgesellschaft, Parteien und Gewerkschaften vereint in Protest gegen anhaltende Blockade und Hungerkrise in Gaza

Rabat – Am gestrigen Sonntag, den 20. Juli 2025, versammelten sich in der marokkanischen Hauptstadt Rabat mehrere tausend Menschen zu einer Großdemonstration vor dem Parlament, um gegen die anhaltende humanitäre Notlage und Gewalt im Gazastreifen zu protestieren. Verschiedene Organisationen – darunter politische Parteien, Gewerkschaften, Menschenrechtsgruppen und zivilgesellschaftliche Initiativen – riefen zu der Kundgebung auf. Die Veranstaltung verlief friedlich, war gut organisiert und stand im Zeichen der Solidarität mit der palästinensischen Bevölkerung.

Zentrale Forderung – Ende der Blockade und des „kollektiven Hungerns“

Im Mittelpunkt des Protests stand die Anklage der aktuellen Lage in Gaza, die von den Demonstranten als „unerträglich“ und „menschenrechtswidrig“ bezeichnet wurde. Laut einem Bericht des marokkanischen Nachrichtenmagazins TelQuel bezeichneten viele Teilnehmende die Situation als „gezielte Aushungerung“ der Bevölkerung – eine Form kollektiver Bestrafung, die international geächtet ist.

„Was in Gaza geschieht, ist keine Naturkatastrophe, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen“, sagte eine Sprecherin der marokkanischen Menschenrechtsvereinigung laut dem Nachrichtenportal Medias24. Die Forderung nach einem sofortigen Ende der Blockade wurde von vielen Plakaten und Sprechchören getragen. Auch Appelle an die marokkanische Regierung, eine klarere außenpolitische Haltung einzunehmen, waren zu hören.

Politische und gesellschaftliche Breite der Beteiligung

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus unterschiedlichsten politischen und gesellschaftlichen Lagern – ein Zeichen für die breite Ablehnung der aktuellen Lage in Gaza. Neben linken Parteien und Gewerkschaften waren auch islamisch-konservative Bewegungen vertreten, ebenso wie Vertreter:innen unabhängiger Bürgerinitiativen. Trotz der politischen Unterschiede herrschte Konsens in der Verurteilung der Blockade und der Forderung nach internationalem Handeln.

Bemerkenswert war die starke Beteiligung junger Menschen und Familien, was der Demonstration einen intergenerationellen Charakter verlieh. Die Demonstrierenden bewegten sich vom Bab El Had in Richtung des Parlamentsgebäudes, begleitet von Bannern mit Aufschriften wie „Gaza lebt – die Welt schaut zu“ oder „Kein Frieden ohne Gerechtigkeit“.

Marokkos Position unter öffentlichem Druck

Obwohl Marokko traditionell eine kritische Haltung zur israelischen Politik in den palästinensischen Gebieten einnimmt, steht das Land seit der Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen mit Israel Ende 2020 unter innenpolitischem Druck. Viele Bürgerinnen und Bürger fordern eine aktivere Rolle Rabats im internationalen Kontext zugunsten der palästinensischen Bevölkerung.

Die aktuelle Protestwelle zeigt, dass gesellschaftliche Unterstützung für die palästinensische Sache weiterhin stark ist – ungeachtet außenpolitischer Realitäten. Beobachter werten die Demonstration als klares Signal an die politische Führung, humanitäre und menschenrechtliche Belange nicht hinter geopolitischen Interessen zurückzustellen.

Solidarität als gesellschaftlicher Konsens

Die Demonstration in Rabat stellt eine eindrucksvolle Manifestation zivilgesellschaftlichen Engagements dar. Trotz politischer und weltanschaulicher Unterschiede einte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Forderung nach einem sofortigen Ende der Notlage in Gaza. Die Proteste unterstreichen nicht nur die anhaltende Relevanz der Palästinafrage in der marokkanischen Öffentlichkeit, sondern auch die Rolle von Städten wie Rabat als Räume demokratischer Meinungsäußerung und internationaler Solidarität.

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