StartMarokkoMarokko – Rekordrückkehr der Auslandsmarokkaner im Rahmen von „Marhaba 2025“

Marokko – Rekordrückkehr der Auslandsmarokkaner im Rahmen von „Marhaba 2025“

Weitere Steigerung erwartet

Rückkehr mit System, „Marhaba 2025“ erreicht neuen Höhepunkt – Rund 69.000 Ankünfte an nur einem Tag

Rabat – Mit einem Rekordwert von 68.976 Ankünften an nur einem Tag erreichte die Rückkehraktion „Marhaba 2025“ am 14. Juli 2025 ihren diesjährigen und bisherigen Höhepunkt. Das Programm richtet sich an im Ausland lebende Marokkaner (MRE), die in der Sommerzeit in ihr Herkunftsland / Heimatland zurückkehren – eine jährliche Großoperation mit logistischer, infrastruktureller und diplomatischer Bedeutung.

Wie Regierungssprecher Mustapha Baitas bei einer Pressekonferenz nach der gestrigen Sitzung des marokkanischen Regierungsrates mitteilte, wurden allein in der laufenden und vergangenen Woche täglich über 67.000 MRE im Königreich empfangen – Tendenz steigend. Die Organisation der Rückkehr erfolgt gemäß den Richtlinien von König Mohammed VI. unter besonderer Berücksichtigung von Sicherheit, Servicequalität und Mobilität, so der Regierungssprecher weiter.

Logistische Verstärkung auf See und in der Luft

Die Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der Rückkehr. 29 Schiffe, betrieben von sieben maritimen Unternehmen, verbinden marokkanische Häfen mit Anlaufpunkten in Spanien, Frankreich und Italien. Die Gesamttransportkapazität liegt laut MAP bei 7,3 Millionen Passagieren und 2 Millionen Fahrzeugen – eine Steigerung um 3 % gegenüber dem Vorjahr.

Auch im Luftverkehr wurde aufgestockt. 59 Fluggesellschaften bedienen im Sommerflugplan rund 2.135 wöchentliche Flüge zu 141 internationalen Zielen. Die Gesamtkapazität beträgt 500.000 Passagiere pro Woche. Ziel sei es, Engpässe zu vermeiden und eine reibungslose Rückreise zu ermöglichen, so Regierungssprecher Baitas.

Millioneninvestitionen in Empfangsinfrastruktur

Die Regierung verweist auf Investitionen von 530 Millionen marokkanischen Dirham (etwa 48 Millionen Euro) in den vergangenen Jahren zur Verbesserung der Empfangsinfrastruktur in den Häfen Tanger Med, Nador, Al Hoceima und Tanger-Stadt. Hinzu kommen logistische Maßnahmen entlang der über 3.500 Kilometer langen Hauptverkehrsstraßen, etwa in den Bereichen Verkehrssicherheit und medizinische Versorgung.

Die medizinische Präsenz entlang der Reiserouten wurde durch fast 1.200 Fachkräfte verstärkt, darunter Ärzteteams und Notfallpersonal. Insgesamt wurden 26 Aufnahmeeinrichtungen eingerichtet, in denen Rückkehrer Unterstützung erhalten können.

Diplomatischer Einsatz – Konsulate auf Zeit

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Bereitstellung konsularischer Dienstleistungen direkt an den Einschiffungspunkten. Laut Regierungssprecher Baitas wurden in Zusammenarbeit mit dem Außenministerium temporäre mobile Konsulate eingerichtet, die vom 10. Juni bis 5. September im Einsatz sind – auch an Wochenenden und Feiertagen.

Ziel dieser Maßnahme sei es, den Zugang zu Verwaltungsdienstleistungen wie Pass- oder Visabearbeitung unmittelbar vor Ort zu ermöglichen. Das Außenministerium habe außerdem in den großen Hafenanlagen eigene Konsularbüros eingerichtet, um der Nachfrage nach Information und Orientierung zu entsprechen.

Koordination durch Mohammed V-Stiftung für Solidarität

Wie in den Vorjahren spielt die Mohammed V-Stiftung für Solidarität eine zentrale Rolle bei der Durchführung der Operation Marhaba. In enger Abstimmung mit Behörden und zivilgesellschaftlichen Akteuren koordiniert sie einen Kommunikationsplan und stellt zusätzliches Personal für die Betreuung der Rückkehrer bereit.

Die Stiftung, die traditionell stark in sozialen und humanitären Projekten engagiert ist, versteht sich in diesem Kontext als Brücke zwischen Staat und Gesellschaft. Ihre Aufgabe ist nicht nur die logistische Unterstützung, sondern auch die persönliche Begleitung der Reisenden in einer oft emotional bedeutsamen Phase ihrer Rückkehr.

Symbol der nationalen Verbundenheit

Die Operation „Marhaba“ hat neben ihrer logistischen Dimension auch einen starken symbolischen Gehalt. Die Rückkehr von Millionen im Ausland lebender Marokkaner gilt aus Sicht der Regierung als Moment der nationalen Zusammengehörigkeit – und als Test für die Leistungsfähigkeit öffentlicher Institutionen. Für die sog. MRE spielt vor allem das Wiedersehen mit Familienangehörigen eine zentrale Rolle.

Regierungssprecher Baitas betonte, dass die Aktion Ausdruck der „Hohen Königlichen Richtlinien“ sei, mit denen König Mohammed VI. die Verbundenheit des Landes mit seinen im Ausland lebenden Bürgerinnen und Bürgern unterstreichen wolle. Gleichzeitig werden durch die Operation auch wirtschaftliche Impulse gesetzt. Viele MRE tätigen während ihres Aufenthalts Investitionen oder unterstützen Familienangehörige finanziell.

Weitere Steigerung erwartet

Die marokkanische Regierung rechnet in den kommenden Wochen mit einem weiteren Anstieg der Rückkehrzahlen. Erfahrungsgemäß erreichen die Ankünfte ihren Höhepunkt zwischen Mitte Juli und Mitte August. Bereits jetzt zeigt sich, dass „Marhaba 2025“ auf gut vorbereiteten Strukturen aufbaut – die hohe Zahl der täglichen Rückkehrer und das bislang störungsfreie Management sprechen für eine konsequente Umsetzung.

In einer Region wie dem Maghreb, in der Migration, Mobilität und Diaspora eine zentrale Rolle spielen, bleibt die Operation Marhaba ein Beispiel für groß angelegte Rückkehrpolitik mit institutioneller Begleitung.

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