Nach schweren Unwettern in der Gharb-Ebene und im Loukkos-Gebirge erklärt Rabat mehrere Provinzen zu Katastrophengebieten und kündigt ein umfassendes Hilfsprogramm für betroffene Familien, Landwirte und die Infrastruktur an.
Rabat – Nach außergewöhnlich heftigen Regenfällen und Überschwemmungen in den vergangenen zwei Monaten hat die marokkanische Regierung ein umfangreiches Unterstützungsprogramm beschlossen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur MAP unter Berufung auf eine Mitteilung des Regierungschefs berichtet, erfolgt die Maßnahme auf königliche Anweisung von Mohammed VI.
Betroffen sind insbesondere die Provinzen Larache, Kenitra, Sidi Kacem und Sidi Slimane, die offiziell zu Katastrophengebieten erklärt wurden. Ziel ist es, die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Naturereignisse abzufedern und eine rasche Rückkehr zu stabilen Lebensverhältnissen zu ermöglichen.
Überschwemmungen treffen Landwirtschaft und Siedlungen schwer
Den Angaben zufolge wurden mehr als 110.000 Hektar überflutet. Fast 188.000 Menschen mussten ihre Wohnorte zeitweise verlassen. Neben erheblichen Schäden an Wohnhäusern und kleinen Betrieben sind auch Verkehrswege sowie Wasser- und Versorgungsnetze betroffen.
Die Plattform Maghreb-Post berichtet zudem von anhaltenden Niederschlägen im Norden des Landes, die weitere Überschwemmungen und Infrastrukturschäden verursacht haben. Besonders ländliche Regionen stehen vor erheblichen Herausforderungen, da Landwirtschaft und Viehzucht zentrale Einkommensquellen darstellen.
Hilfsprogramm mit klarer Mittelverteilung
Das beschlossene Programm umfasst ein vorläufiges Budget von 3 Milliarden Dirham. Laut MAP entfallen 775 Millionen Dirham auf Hilfen für Umsiedlung, Einkommensverluste sowie die Instandsetzung oder den Wiederaufbau beschädigter Häuser und kleiner Unternehmen.
Weitere 225 Millionen Dirham sind für Soforthilfemaßnahmen vorgesehen. Landwirte und Viehzüchter erhalten Unterstützung in Höhe von 300 Millionen Dirham. Den größten Anteil – 1,7 Milliarden Dirham – plant die Regierung für die Sanierung von Straßen, Wasserinfrastruktur und Basisnetzen ein.
Nach offiziellen Angaben basiert das Maßnahmenpaket auf einer umfassenden Analyse der Lage vor Ort. Die Umsetzung soll laut Regierung mit „Effizienz und Schnelligkeit“ erfolgen, um die wirtschaftliche Stabilität in den betroffenen Regionen des Nordens wiederherzustellen.

