Prinzessin Lalla Hasnaa vertritt das Königreich beim Internationalen Teppichfestival in Aserbaidschan – mit diplomatischer Symbolkraft Kulturpolitik mit Signalwirkung
Baku – Mit ihrem Besuch des Internationalen Teppichfestivals in Baku am 4. Mai 2025 hat Prinzessin Lalla Hasnaa Marokkos außenkulturelle Agenda sichtbar unterstrichen. Als Präsidentin der Rabat Cultural Heritage Safeguarding Foundation vertrat sie das Königreich in Aserbaidschan – einem Land, das sich wie Marokko aktiv um den Schutz und die Anerkennung seines immateriellen Kulturerbes bemüht.
Begleitet wurde sie vom marokkanischen Botschafter in Baku, Mohamed Adil Embarch, und dem Generaldirektor des marokkanischen House of Craftsman, Tarik Sadik. Empfangen wurde sie vom Vorsitzenden von Azerkhalcha, Emin Mammadov, sowie dem Bürgermeister der historischen Altstadt Icherisheher, Rufat Mahmud.
Symbolträchtiger Auftritt
Der Besuch Lalla Hasnaas war mehr als eine protokollarische Geste. Als Ehrengast besichtigte sie die nationalen Pavillons mehrerer Länder, darunter Kasachstan, Turkmenistan, Usbekistan, Pakistan und Tatarstan, sowie das Zentrum für traditionelle aserbaidschanische Künste, das junge Kunsthandwerker in verschiedenen Disziplinen ausbildet – von Keramik bis Holzschnitzerei.
Besonderes Augenmerk legte die Prinzessin auf die Teppichkunst, die im Mittelpunkt des Festivals stand. Sie ließ sich die verschiedenen Webtechniken und regionalen Stile demonstrieren und würdigte deren Feinheit, Farbkomposition und ornamentale Vielfalt. In einer digitalen Ausstellung mit dem Titel „Zaman“ (Zeit), gestaltet von der Künstlerin Narjis Asgarova, erlebte sie eine moderne Interpretation aserbaidschanischer Muster im Zusammenspiel mit der Architektur von Icherisheher.
Kultur als strategisches Instrument
Der Besuch reiht sich ein in eine übergeordnete Strategie Marokkos, sein kulturelles Erbe international zu positionieren – nicht nur als Bewahrer von Traditionen, sondern als aktiver Akteur im globalen Kulturdiskurs. Dies ist besonders bedeutsam in einer Region, in der sich Staaten zunehmend um die Anerkennung kultureller Elemente wie Handwerke, Gerichte oder Bräuche bemühen und sich über deren Ursprung auch streiten.
Durch gezielte Auftritte bei UNESCO-nahen Veranstaltungen und Kulturfestivals außerhalb des westlichen Raums versucht Marokko, seine kulturelle Souveränität zu stärken – auch im mehr oder weniger stillen Wettbewerb um Herkunft, Authentizität und geistiges Eigentum. Die Teppichkunst steht dabei sinnbildlich für diese Auseinandersetzung: ein jahrhundertealtes Handwerk, das sowohl nationalen Stolz als auch wirtschaftliches Potenzial repräsentiert.
Der Besuch von Prinzessin Lalla Hasnaa in Baku ist Ausdruck einer klaren kulturpolitischen Ausrichtung Marokkos: Kultur wird als diplomatisches Werkzeug und Teil geopolitischer Strategie verstanden. In einem zunehmend globalen Wettbewerb um kulturelles Erbe setzt das Königreich auf Präsenz, Partnerschaft und Symbolkraft – mit Blick auf internationale Anerkennung und regionale Führungsrolle.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

