StartGesellschaftMarokko – Neues Zentrum für psychosoziale Rehabilitation in Casablanca-Settat gestartet

Marokko – Neues Zentrum für psychosoziale Rehabilitation in Casablanca-Settat gestartet

Psychische Gesundheit als wachsende Herausforderung

König Mohammed VI. legt Grundstein für regionalen Komplex in Mediouna – Ein Großprojekt für psychische Gesundheit verbindet medizinische Versorgung, soziale Unterstützung und berufliche Eingliederung

Casablanca – In der Gemeinde Sidi Hajjaj Oued Hassar, Provinz Mediouna, hat Marokkos König Mohammed VI. am gestrigen 1. Oktober 2025 den offiziellen Startschuss für den Bau eines regionalen Komplexes zur Aufnahme und psychosozialen Rehabilitation von Menschen mit psychischen Erkrankungen gegeben. Wie die marokkanische Nachrichtenagentur MAP berichtet, handelt es sich um ein Solidaritätsprojekt der Mohammed-V-Stiftung für Solidarität mit einem Investitionsvolumen von 300 Millionenmarokkanische Dirham MAD (ca. 28,1 Mio. EURO).

Der geplante Komplex soll auf einem acht Hektar großen Gelände entstehen und innerhalb von 24 Monaten fertiggestellt werden. Träger und Partner sind neben der Stiftung unter anderem das Gesundheitsministerium, das Ministerium für Solidarität, soziale Integration und Familie sowie regionale und lokale Räte.

Medizinische Betreuung mit sozialer Integration verbinden

Laut MAP steht das Vorhaben im Rahmen eines breiteren Aktionsplans, der den Gesundheitssektor in Marokko stärken und zugleich den Zugang zu Versorgung für besonders verletzliche Bevölkerungsgruppen verbessern soll. Der Komplex soll nicht nur medizinische und psychologische Hilfe leisten, sondern auch soziale Eingliederung fördern.

Die Kommunikationsdirektorin der Mohammed-V-Stiftung für Solidarität, Sanae Dardikh, erklärte gegenüber MAP, dass die Einrichtung „einen neuen Modellcharakter für die Betreuung von Menschen mit psychischen Störungen“ haben werde. Nach ihren Worten solle das Zentrum sozialen Schutz, psychologische Unterstützung sowie Qualifizierungsmaßnahmen miteinander verbinden. Die Kombination verschiedener therapeutischer und sozialer Ansätze solle jedem Patienten eine individuelle Perspektive auf gesellschaftliche und berufliche Wiedereingliederung eröffnen.

Umfangreiche Infrastruktur für Therapie, Betreuung und Ausbildung

Das Projekt sieht eine umfassende Infrastruktur vor: Ein Unterkunftszentrum mit 396 Betten, davon 84 für Frauen, bildet das Herzstück. Ergänzt wird es durch Pavillons für therapeutische Workshops, Schulungen, Sport- und Kulturaktivitäten. Geplant sind unter anderem Ateliers für Malerei, Musik und Theater, eine Bibliothek sowie Räume für Psychotherapie und Gruppengespräche.

Darüber hinaus soll ein medizinisches Zentrum mit Angeboten von Psychiatrie und Psychologie über Psychoedukation bis hin zur allgemeinen medizinischen Versorgung entstehen. Auch Zahnpflege, Logistikbereiche wie Küche und Wäscherei sowie Sportplätze und ein Lehrbauernhof gehören zum Konzept. Damit wird der Versuch unternommen, medizinische Versorgung mit praktischer und sozialer Alltagsförderung zu verknüpfen.

Psychische Gesundheit als wachsende Herausforderung

Mit dem Bau des Zentrums betont Marokko die wachsende Bedeutung der psychischen Gesundheit im öffentlichen Gesundheitswesen. Insbesondere Menschen in prekären Lebenslagen, die häufig von sozialer Ausgrenzung betroffen sind, sollen durch das Angebot gezielt erreicht werden. Die Stiftung verfolge nach eigenen angaben dabei einen Ansatz, der nicht nur auf Behandlung, sondern auch auf Prävention, Bildung und Selbstbestimmung der Betroffenen setzt.

Die geplante Struktur knüpft an bestehende Initiativen der Mohammed-V-Stiftung an, die in der Region Casablanca-Settat bereits verschiedene soziale und gesundheitliche Projekte betreibt. Mit dem nun gestarteten Großprojekt wird dieser Ansatz in einem größeren Rahmen umgesetzt.

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