StartGesellschaftMarokko – Massive Beschleunigung beim Ausbau der nationalen Wasserinfrastruktur

Marokko – Massive Beschleunigung beim Ausbau der nationalen Wasserinfrastruktur

Großprojekte wie der Tamri-Staudamm stehen kurz vor der Inbetriebnahme

Verkürzte Bauzeiten bei strategischen Staudammprojekten und massive Investitionen in Entsalzungstechnologien sollen die Versorgungssicherheit des Königreichs angesichts zunehmender klimatischer Herausforderungen absichern helfen.

Rabat – Im Jahr 2025 hat Marokko offenbar die Fertigstellung seiner zentralen Wasserbauprojekte signifikant intensiviert. Wie das Ministerium für Ausrüstung und Wasser berichtet, wurden die Bauarbeiten an mindestens 14 großen Staudämmen beschleunigt, wobei die Zeitpläne je nach Projekt um sechs Monate bis zu drei Jahre verkürzt werden konnten. Diese Maßnahmen sind Teil einer integrierten Strategie, um die Gesamtspeicherkapazität des Landes bis Ende 2025 auf etwa 20,8 Milliarden Kubikmeter zu steigern.

Großprojekte wie der Tamri-Staudamm stehen kurz vor der Inbetriebnahme

Ein zentrales Beispiel für dieses beschleunigte Vorgehen ist der Tamri-Staudamm nördlich von Agadir. Mit einem Investitionsvolumen von 2,7 Milliarden Dirham ist das Projekt laut Berichten von Le360 bereits zu fast 90 % abgeschlossen – rund 33 Monate früher als ursprünglich geplant. Das Bauwerk soll künftig jährlich etwa 63 Millionen Kubikmeter Wasser für die Trinkwasserversorgung, die Landwirtschaft und den Hochwasserschutz bereitstellen. Ähnlich fortgeschritten zeigen sich die Projekte Aït Ziat und Sidi Abbou, die beide bereits einen Fertigstellungsgrad von 99 % erreicht haben. Neben der Sicherstellung der Wasserversorgung spielen die Staudämme auch bei der Energiegewinnung eine wichtige Rolle, denn das nordafrikanische Königreich setzt neben Kohle, Wind und Sonne auch auf Wasserkraft. Nun scheinen die Aufnahmekapazitäten vorhanden zu sein. Jetzt müssen die Staudämme auch gefüllt werden können. Obwohl das Land in diesem Winter außergewöhnliche Mengen an Niederschlägen erlebt hat, kompensieren diese die jahrelangen Defizite und Dürren nicht.

Diversifizierung durch Meerwasserentsalzung und technologische Innovationen

Neben der klassischen Stauinfrastruktur forciert Rabat die Diversifizierung der Wasserressourcen. Die nationale Kapazität der Meerwasserentsalzung soll bis Ende 2025 die Marke von 350 Millionen Kubikmetern überschreiten. Ein Schlüsselprojekt ist die mit Windenergie betriebene Anlage in Casablanca, die eine Jahreskapazität von 300 Millionen Kubikmetern anstrebt. Technologische Innovationen wie schwimmende Solarpaneele auf dem Tanger-Med-Staudamm sollen zudem die Verdunstung reduzieren und gleichzeitig saubere Energie für Pumpvorgänge liefern.

Nachhaltiges Ressourcenmanagement und Schutz vor Naturgefahren

Um die Übernutzung der Grundwasserleiter zu begrenzen, hat der Staat spezifische Nutzungsverträge für Regionen wie Al Haouz und Fès-Meknès geschlossen. Parallel dazu investiert das Ministerium in den Hochwasserschutz: Zwischen 2021 und 2025 wurden 33 Projekte zur Sicherung ländlicher und städtischer Zentren abgeschlossen. Aktuell befinden sich 15 weitere Vorhaben in der Umsetzung, für die ein Budget von rund 685 Millionen Dirham bereitgestellt wurde, um die hydrologische Widerstandsfähigkeit des Landes weiter zu stärken.

Marokko – Winterliche Niederschläge lassen nationale Wasserreserven deutlich steigen

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