Religiöse Ehrungen und die Bewahrung der Tradition markieren den feierlichen Höhepunkt des diesjährigen Fastenmonats – Laylat al-Qadr
Rabat – Am Abend des 16. März 2026 (26. Ramadan 1447) nahm König Mohammed VI. in seiner Funktion als Amir Al-Mouminine (Befehlshaber der Gläubigen) eine religiöse Vigil (religiöse nächtliche Gebetswache) im Königlichen Palast von Rabat teil. Anlass war das Gedenken an Laylat al-Qadr, die „Nacht der Bestimmung“, die im Islam als der bedeutendste Zeitpunkt des Fastenmonats Ramadan gilt. In Begleitung enger Mitglieder der königlichen Familie, darunter Kronprinz Moulay El Hassan, unterstrich der Monarch durch seine Präsenz die tiefe religiöse und kulturelle Verwurzelung der Monarchie in der marokkanischen Gesellschaft.
Große spirituelle Bedeutung der Nacht der Bestimmung – Laylat al-Qadr
Die Laylat al-Qadr gilt theologisch als die Nacht, in der dem Propheten Mohammed die ersten Verse des Korans offenbart wurden. Laut islamischer Überlieferung ist sie „besser als tausend Monate“, weshalb Muslime weltweit diese Zeit für intensive Gebete und die Suche nach göttlicher Vergebung nutzen. In Marokko ist diese Nacht untrennbar mit staatlichen Zeremonien verbunden, die den spirituellen Gehalt mit der nationalen Identität verknüpfen.
Förderung der koranischen Bildung und Wissenschaft
Ein zentraler Bestandteil der Zeremonie war die Würdigung herausragender Leistungen im Bereich der islamischen Gelehrsamkeit. Nach dem Abschluss des „Sahih Al-Bukhari“ durch Idriss Ben Daouia, Präsident des Gelehrtenrats von Larache, rückte die Förderung der jungen Generation in den Fokus. Besonders symbolträchtig war die Auszeichnung des zehnjährigen Zaid El Bakkali aus Salé, der für das vollständige Auswendiglernen des Heiligen Buches geehrt wurde.
Diese Verleihungen sind Teil einer langfristigen staatlichen Strategie, die darauf abzielt, das religiöse Erbe Marokkos zu bewahren und eine bildungsorientierte Auslegung des Glaubens zu fördern. Neben den Preisen für junge Rezitatoren wurden auch die Mohammed-VI.-Preise „Ahl Al-Qurâan“ und „Ahl Al-Hadith“ an Gelehrte aus Fes und El Jadida überreicht.
Staatliche Repräsentation und gesellschaftlicher Kontext
Die Veranstaltung diente zudem als Treffpunkt der politischen und militärischen Elite. Neben dem Regierungschef und den Präsidenten der Parlamentskammern nahmen hochrangige Offiziere und Vertreter des diplomatischen Korps teil. Dieser Rahmen verdeutlicht die enge Verknüpfung von religiöser Autorität und staatlicher Führung. Während der Vigil wurde traditionell um göttlichen Beistand für die Initiativen des Königs und den Fortschritt des Volkes gebetet, wobei auch der verstorbenen Monarchen Mohammed V. und Hassan II. gedacht wurde. Damit festigt die Zeremonie sowohl die religiöse Identität als auch die politische Kontinuität des Königreiches.
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