StartMarokkoMarokko – König Mohammed VI. bekräftigt Unterstützung für Palästinenser in UN-Botschaft

Marokko – König Mohammed VI. bekräftigt Unterstützung für Palästinenser in UN-Botschaft

Die sensible Rolle Jerusalems und Sorge vor Eskalation

König Mohammed VI. sandte anlässlich des Internationalen Tages der Solidarität mit dem palästinensischen Volk eine Botschaft und bekräftigt seine Haltung. Marokko ist wegen des Beitritts zum Abraham-Abkommen oft Kritik aus der arabischen Welt ausgesetzt.

Rabat – Anlässlich des Internationalen Tages der Solidarität mit dem palästinensischen Volk, der am 25. November begangen wurde, übermittelte König Mohammed VI. eine ausführliche Botschaft an Herrn Coly Seck, den Vorsitzenden des UN-Ausschusses für die Ausübung der unveräußerlichen Rechte des palästinensischen Volkes, wie die marokkanisch-staatliche Nachrichtenagentur berichtete. Diese königliche Stellungnahme, die auf den Seiten der marokkanischen Nachrichtenagentur MAP veröffentlicht wurde, bekräftigt Marokkos grundlegendes Engagement für die gerechte Sache der Palästinenser und die Zwei-Staaten-Lösung.

Die Botschaft muss im Kontext der marokkanisch-israelischen Beziehungen gesehen werden. Marokko gehört zu jenen arabischen Staaten, die im Rahmen der sogenannten Abraham-Abkommen die Beziehungen zu Israel normalisiert haben. Diese diplomatische, wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit mit Israel bringt Marokko, trotz der historischen Rolle des Königs als Vorsitzender des Al-Quds-Komitees der OIC, immer wieder die Kritik anderer arabischer und muslimischer Staaten, Regime oder Organisationen ein, die das Abkommen ablehnen.

Die zentralen Aussagen des Monarchen unterstreichen die Bereitschaft Marokkos, sich aktiv an internationalen Bemühungen zur Wiederbelebung des Friedensprozesses im Nahen Osten zu beteiligen. Ziel sei die Schaffung eines Klimas der Sicherheit, Stabilität und des Wohlstands für alle Völker der Region. Die Bemühungen müssten nach klaren Standards und einem angemessenen Zeithorizont erfolgen.

Die Dynamik des Waffenstillstands und humanitäre Hilfe

Der König begrüßte die jüngste positive Entwicklung eines Waffenstillstandsabkommens, das nach dem zweijährigen Krieg in Gaza erzielt wurde, und würdigte ausdrücklich die Bemühungen von Präsident Donald Trump sowie aller Vermittler.

Marokko betonte die Notwendigkeit der vollständigen Umsetzung aller Phasen des Waffenstillstandsabkommens, um die Gewaltspirale zu stoppen und die reibungslose und ausreichende Lieferung humanitärer Hilfe zu gewährleisten. Der Monarch verwies darauf, dass Marokko aus Solidarität und als Reaktion auf die humanitäre Notlage bereits fünfmal seit Oktober 2023 humanitäre Nothilfe in den Gazastreifen entsandt hatte. Die jüngste Aktion umfasste fast 300 Tonnen Hilfsgüter, die über eine beispiellose Landroute geliefert wurden. Das Königreich bekräftigte seine volle Bereitschaft, aktiv zu allen vereinbarten Phasen und Prozessen beizutragen.

Prinzipien der Zwei-Staaten-Lösung

Der König formulierte in seiner Botschaft klare Grundprinzipien für die internationalen Friedensbemühungen. Diese legen den Fokus auf die notwendigen Schritte zur Umsetzung der Zwei-Staaten-Lösung:

  • Gewährleistung der politischen und administrativen Einheit des Gazastreifens und des Westjordanlandes unter der Aufsicht der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA).
  • Stärkung der PA unter der Führung von Präsident Mahmud Abbas.
  • Unterstützung der palästinensischen Wirtschaft durch die Beseitigung von Beschränkungen des freien Waren-, Kapital- und Personenverkehrs.
  • Förderung der palästinensischen Versöhnungsbemühungen zur nationalen Einheit unter der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO).
  • Einleitung ernsthafter Verhandlungen mit dem Ziel der Errichtung eines souveränen und lebensfähigen palästinensischen Staates in den Grenzen vom 4. Juni 1967 mit Ostjerusalem als Hauptstadt, der Seite an Seite mit Israel in Frieden und Sicherheit existiert.

Die Zwei-Staaten-Lösung sei eine unmittelbare Notwendigkeit, die sowohl vom politischen Realismus als auch von einer humanitären und moralischen Dimension diktiert werde.

Die sensible Rolle Jerusalems und Sorge vor Eskalation

Als Vorsitzender des Al-Quds-Komitees (Jerusalem-Komitee) der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) hob der König die hochsensible Bedeutung von Al-Quds Acharif (Jerusalem) hervor. Marokko setze sich unermüdlich für den Erhalt des authentischen zivilisatorischen Charakters der Heiligen Stadt, den Schutz ihres Rechtsstatus und die Unversehrtheit ihrer islamischen und christlichen heiligen Stätten ein. Dies geschehe durch diplomatische Arbeit und die sozialen Projekte der Agentur Bayt Mal Al-Quds Acharif.

Gleichzeitig äußerte der Souverän tiefe Besorgnis über das Wiederaufleben einseitiger Provokationen der israelischen Seite in Jerusalem und die wiederholten Verletzungen der Al-Aqsa-Moschee. Er warnte, dass eine Fortsetzung dieser Handlungen das Potenzial berge, die gesamte Region in eine Spirale religiöser Auseinandersetzungen zu ziehen.

Kritik übte der König auch an der Lage im Westjordanland, das aufgrund des Siedlungsausbaus und der zunehmenden täglichen Angriffe auf Palästinenser eine gefährliche Realität erlebe, die die materielle Grundlage der Zwei-Staaten-Lösung zu untergraben drohe.

Unterstützung für die Globale Allianz

Marokko unterstrich seine aktive Rolle in der Globalen Allianz zur Umsetzung der Zwei-Staaten-Lösung, einer Initiative Saudi-Arabiens und Frankreichs. Als Zeichen dieser Zustimmung richtete das Königreich in Partnerschaft mit den Niederlanden im Mai 2025 das fünfte Treffen dieser Allianz aus. Diese wachsende globale Unterstützung spiegele die Überzeugung wider, dass es keine Alternative zur Zwei-Staaten-Lösung gäbe und weitere Verzögerungen nicht mehr zu rechtfertigen seien.

Die königliche Botschaft positioniert Marokko klar als Befürworter eines gerechten Friedens, während das Land gleichzeitig die Balance zwischen seinen diplomatischen Verpflichtungen gegenüber Israel und seiner historischen Rolle in der Palästinenserfrage zu wahren sucht.

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