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Marokko – 72. Jahrestag der Königs- und Volksrevolution im Zeichen von Einheit und Erinnerung

Erinnerung an den Widerstand und Kampf für Unabhängigkeit

Nationale Gedenkfeiern verbinden historische Unabhängigkeit mit aktuellen politischen Herausforderungen

Rabat – Am 20. August 2025 begeht Marokko den 72. Jahrestag der sogenannten „Revolution des Königs und des Volkes“. Dieser Gedenktag erinnert an den 20. August 1953, als Frankreich den damaligen König Mohammed V. und die königliche Familie ins Exil zwang. Der Versuch, das Symbol der marokkanischen Souveränität zu schwächen, führte laut der marokkanischen Geschichtsschreibung jedoch zum Gegenteil. Der König wurde zum Ausgangspunkt verstärkten Widerstands und markierte den Beginn vom Ende der Kolonialherrschaft.

Die Ereignisse jener Jahre mündeten 1955 in die triumphale Rückkehr Mohammeds V. und schließlich in die Unabhängigkeit des Landes. Seither gilt der Jahrestag als Symbol für den engen Zusammenhalt von Thron und Volk in Fragen der nationalen Souveränität und territorialen Einheit.

Erinnerung an den Widerstand und Kampf für Unabhängigkeit

Das marokkanische Hochkommissariat für ehemalige Widerstandskämpfer und Mitglieder der Befreiungsarmee betont, die Revolution sei ein „entscheidender Moment im nationalen Kampf“ gewesen. Die Behörde hob hervor, dass die Ereignisse die Werte von Patriotismus, Opferbereitschaft und Loyalität bis heute prägen.

Besonders hervorgehoben werden historische Schlachten und politische Initiativen, die den Weg zur Unabhängigkeit ebneten. Dazu zählen der Widerstand gegen das sogenannte Berber-Dahir von 1930, das Unabhängigkeitsmanifest von 1944 sowie die berühmte Rede König Mohammeds V. in Tanger 1947, in der er offen die nationale Einheit und Unabhängigkeit einforderte.

Symbiose zwischen Thron und Volk

In den offiziellen Verlautbarungen wird die „Symbiose“ zwischen dem Alawithenthron und der Bevölkerung als zentrales Motiv dargestellt. Diese Verbindung habe nicht nur die Kolonialzeit überwunden, sondern auch nach der Unabhängigkeit weitere Etappen geprägt – von der Rückgewinnung Tarfayas 1958 über Sidi Ifni 1969 bis hin zum Grünen Marsch in die Westsahara / marokkanischen Sahara 1975.

Auch heute noch sei dieser Zusammenhang von großer Bedeutung. Die Feierlichkeiten sollen insbesondere jüngeren Generationen die Werte des nationalen Kampfes vermitteln.

Aktuelle politische Bezüge

Die Feierlichkeiten fallen dieses Jahr zeitlich mit dem 62. Geburtstag von König Mohammed VI. zusammen. In seiner Thronrede vom 29. Juli 2025 hatte der Monarch laut MAP betont, dass Marokko entschlossen sei, seine regionale Rolle auszubauen und den Aufbau eines starken Maghreb zu fördern.

Im Zentrum der aktuellen Bezüge steht nach wie vor die Frage der Westsahara / marokkanische Sahara. Die Widerstandsfamilie erklärte laut MAP ihre Unterstützung für den von Marokko vorgeschlagenen Autonomieplan. Dieser genieße sowohl nationale Zustimmung als auch internationale Unterstützung, da er als pragmatischer Ansatz zur Lösung des Konflikts betrachtet werde.

Werte für kommende Generationen

Das Hochkommissariat formuliert den Jahrestag nicht nur als historische Rückschau, sondern als Verpflichtung für die Zukunft. Es gehe darum, so die staatliche Nachrichtenagentur MAP weiter, die „Lehren aus dem nationalen Kampf“ auf aktuelle Herausforderungen zu übertragen – sei es in Fragen der territorialen Integrität oder der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung des Landes.

Mit dem 72. Jahrestag der Königs- und Volksrevolution verbindet Marokko somit Vergangenheit und Gegenwart: Die Erinnerung an den Widerstand gegen das Kolonialregime wird mit der heutigen politischen Agenda verknüpft – insbesondere mit Fragen der Einheit, Souveränität und regionalen Integration.

Marokko – Feier zum Unabhängigkeitstag – Eine bewegte Geschichte im Streben nach Freiheit.

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