Sahrauische Bewegung wartet auf Zeitplan und Kontakt durch UN-Sondergesandten Staffan De Mistura, während Marokko auf Einbeziehung Algeriens pocht und seine Autonomieinitiative hervorhebt.
Algier – Der langjährige Konflikt um die Westsahara / marokkanische Sahara, in dem die Polisario-Front die Unabhängigkeit der Region anstrebt und von Algerien unterstützt wird, während Marokko das Gebiet als Teil seines Territoriums betrachtet und eine Autonomielösung vorschlägt, könnte durch die Resolution 2797 des UN-Sicherheitsrates und neue Signale in eine weitere Gesprächsphase eintreten.
Laut Bericht der spanischen Nachrichtenagentur EFE hat die Polisario-Front ihre Bereitschaft erklärt, mit Marokko über die Zukunft der Westsahara / marokkanische Sahara zu verhandeln. Der außenpolitische Vertreter der Front, Mohamed Yeslam Beissat, erklärte am 30. November gegenüber EFE in Algier, man sei bereit, warte aber noch auf einen Zeitplan für entsprechende Gespräche. Die Äußerung fiel im Rahmen einer internationalen Konferenz zum Thema Kolonialismus in Afrika, die in der algerischen Hauptstadt stattgefunden hat.
Erwartung an den UN-Sondergesandten
Die sahrauische Bewegung setzt ihre Erwartungen auf den UN-Sondergesandten für die Westsahara, Staffan De Mistura. Laut Ould Salek warte man darauf, dass De Mistura Kontakt aufnehme oder sie besuche, um ein Arbeitsprogramm zu erarbeiten.
Bereits wenige Tage zuvor traf der Anführer der Bewegung, Brahim Ghali, am Rande eines Gipfeltreffens der Afrikanischen Union und der Europäischen Union mit UN-Generalsekretär António Guterres zusammen, um die Bereitschaft der Front zu Verhandlungen unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen zu bekräftigen. Ziel sei es, dem sahrauischen Volk die Möglichkeit zu geben, über seine Zukunft selbst zu entscheiden, so das Nachrichtenportal Yabiladi.
Gegenpositionen und UN-Resolution
Die Positionen der Hauptakteure bleiben indes konträr. Die Polisario-Front positioniert sich als direkter Gesprächspartner Marokkos und bekräftigte laut Yabiladi ihre Weigerung, auf der Grundlage des marokkanischen Autonomievorschlags zu verhandeln.
Marokko seinerseits besteht darauf, Algerien als wichtigen Akteur in die Verhandlungen einzubeziehen. Anlässlich der Verabschiedung der UN-Sicherheitsrats-Resolution 2797 bekräftigte König Mohammed VI. zudem, Marokko werde die Autonomieinitiative aktualisieren, detaillierter ausarbeiten und sie den Vereinten Nationen als alleinige Verhandlungsgrundlage vorlegen, da er sie für eine realistische und praktikable Lösung halte.
Der UN-Sondergesandte De Mistura hatte kurz nach der Verabschiedung der Resolution die betroffenen Parteien – Marokko, die Polisario-Front, Algerien und Mauretanien – klar benannt. Er erwähnte zudem, dass der Resolutionstext das „Prinzip der Selbstbestimmung“ mit einem „ausdrücklichen Bezug auf die marokkanische Souveränität“ enthalte. Er betonte die Notwendigkeit einer „einvernehmlichen Lösung“ und sprach von „echter Autonomie“. Die UN warte nun darauf, „dass Marokko einen fortgeschrittenen und aktualisierten Autonomieplan vorlegt“, während andere Parteien aufgefordert seien, „Vorschläge und Anregungen einzureichen“.
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