Papst Leo XIV. hat den spanischen Ordenspriester Mario León Dorado zum Koadjutor des Erzbistums Rabat ernannt. Kardinal Cristóbal López Romero bleibt zunächst im Amt, muss seinen Rücktritt spätestens im Mai 2027 einreichen. Gegen ihn läuft eine vatikanische Voruntersuchung wegen Vorwürfen unangemessenen Verhaltens gegenüber erwachsenen Frauen.
Rabat / Rom – Papst Leo XIV. hat am 12. September den spanischen Oblatenpriester Mario León Dorado zum Koadjutor-Erzbischof von Rabat ernannt. Dorado, bislang Apostolischer Präfekt der Westsahara, ist damit der designierte Nachfolger von Kardinal Cristóbal López Romero, der das Erzbistum seit 2017 leitet. Die Ernennung wurde vom Vatikan offiziell bekannt gegeben.
Ein Koadjutor unterstützt den amtierenden Bischof und besitzt zugleich das Recht auf dessen Nachfolge, sobald der Bischofssitz vakant wird. Dorado war bereits seit August als Apostolischer Administrator mit der vorläufigen Leitung des Erzbistums Rabat betraut.
López Romero bleibt zunächst Erzbischof von Rabat. In einem Schreiben an die Gläubigen erklärte der Kardinal, Dorado werde sein Nachfolger, sobald Papst Leo XIV. seinen Rücktritt akzeptiere. Er müsse diesen spätestens mit Erreichen des 75. Lebensjahres im Mai 2027 einreichen.
Untersuchung gegen López Romero läuft weiter
Die Ernennung fällt in eine seit Juli andauernde Untersuchung des Vatikans. Gegen López Romero waren Vorwürfe mehrerer erwachsener Frauen wegen mutmaßlicher sexueller Übergriffe bekannt geworden. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP sollen sich insgesamt fünf Frauen mit entsprechenden Vorwürfen gemeldet haben. Der Kardinal bestreitet die Anschuldigungen und erklärte, er habe weder Übergriffe noch Gewalt oder sexuelle Belästigung begangen.
López Romero hatte sich im Juli vorübergehend aus öffentlichen Gottesdiensten und pastoralen Aktivitäten zurückgezogen, um die Untersuchung nicht zu beeinträchtigen. Die Voruntersuchung liegt nach seinen Angaben bei den zuständigen Stellen des Heiligen Stuhls.
Der Kardinal weist zugleich einen direkten Zusammenhang zwischen der Untersuchung und der Ernennung Dorados zurück. Nach Angaben des katholischen Fachportals Vida Nueva erklärte López Romero, er habe die Ernennung eines Koadjutors bereits Ende 2024 mit Papst Franziskus besprochen und im Oktober 2025 gegenüber Leo XIV. erneut beantragt. Die Entscheidung sei daher nicht erst infolge der gegen ihn erhobenen Vorwürfe getroffen worden.
Der Vatikan selbst erwähnte die laufende Untersuchung in seiner Mitteilung über die Ernennung nicht. Fest steht damit zunächst: Mario León Dorado ist der künftige Nachfolger von López Romero, während die kirchenrechtliche Untersuchung gegen den derzeitigen Erzbischof weiterläuft. Eine Entscheidung über deren Ausgang ist bislang nicht veröffentlicht worden.

