Verzögerungen bei der Auslieferung von Lehrmaterialien sorgen an marokkanischen Schulen für Unmut. Lehrkräfte behelfen sich vorerst mit Notlösungen.
Rabat – Zum Beginn des neuen Schuljahres 2026 / 2027 kommt es an marokkanischen Schulen erneut zu Engpässen und Lieferverzögerungen bei Schulbüchern. Wie die marokkanische Tageszeitung Al Akhbar berichtet, sorgt das Fehlen des Unterrichtsmaterials an zahlreichen Einrichtungen für organisatorische Probleme sowie für Unzufriedenheit bei Familien, Schülern und Lehrkräften.
Notlösungen im Unterrichtsalltag
Der Mangel beeinträchtigt die Unterrichtsplanung und erschwert es den Lehrkräften, die vorgesehenen Lehrpläne fristgerecht umzusetzen. Zudem führt die ungleiche Versorgung zu Diskrepanzen innerhalb der Klassen, da ein Teil der Schüler vorerst ohne eigene Lehrbücher am Unterricht teilnehmen muss.
Um den Engpass zu überbrücken, greifen Lehrkräfte auf provisorische Mittel zurück. Dazu gehören die verstärkte Nutzung der Schultafel, digitale Dokumente sowie das gemeinsame Nutzen der wenigen vorhandenen Buchexemplare unter den Schülern.
Reformziele des Bildungsministeriums
Besonders spürbar ist die Situation in den Schulstufen, in denen derzeit neue Lehrpläne und angepasste Inhalte eingeführt werden. Gerade dort sind die überarbeiteten Lehrmaterialien für Orientierung und Unterrichtsqualität entscheidend.
Die aktuellen Verzögerungen fallen in eine Phase, in der das Bildungsministerium Reformen im öffentlichen Schulwesen vorantreiben möchte. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, das akademische Leistungsniveau zu heben, die Schulabbrecherquote zu senken und die Chancengleichheit zwischen den Lernenden zu verbessern.
Wie schnell die Verteilung der fehlenden Schulbücher flächendeckend abgeschlossen sein wird, bleibt vorerst offen.

