Marokkos Infrastruktur und Logistik erleben nach der COVID-19-Pandemie einen deutlichen Aufschwung, der die Rolle des Landes als attraktives Wirtschafts- und Reiseziel untermauert. Ein Blick auf die jüngsten Leistungsindikatoren der verschiedenen Verkehrsträger.
Rabat – Der marokkanische Transportsektor hat sich bemerkenswert von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie erholt, wobei die zwischen 2022 und 2025 erfassten Indikatoren in einigen Bereichen das Niveau vor der Krise sogar übertreffen. Dies erklärte Abdessamad Kayouh, der Minister für Transport und Logistik, in seiner Rede vor dem Ausschuss für Inneres, Kommunalverwaltung und Infrastruktur im Oberhaus, wie die staatliche Nachrichtenagentur MAP (Maroc Agence Presse) am 1. Dezember 2025 berichtete.
Die Erholung unterstreiche laut Kayouh die „erneute Dynamik“ des Sektors und die Fähigkeit, effektiv auf die Mobilitätsbedürfnisse der Bürger zu reagieren, insbesondere während Spitzenzeiten wie Feiertagen oder der „Operation Marhaba“. Der Minister betonte, dass das Transportsystem zudem eine entscheidende Rolle bei der Versorgung der nationalen Märkte und der Anbindung marokkanischer Produktionsstätten an internationale Märkte spiele und somit ein „wesentlicher Hebel für die nationale Wirtschaftsstabilität“ sei.
Schienen-, Luft- und Seeverkehr als Wachstumstreiber
In einzelnen Sektoren wurden signifikante Leistungssteigerungen verzeichnet. Der Schienenverkehr verzeichnete laut MAP-Bericht einen „qualitativen Sprung“, der die führende Position Marokkos auf kontinentaler und internationaler Ebene festige. Die Passagierzahlen der Nationalen Eisenbahnbehörde (ONCF) überschritten 2024 55 Millionen, ein deutlicher Anstieg gegenüber 45,9 Millionen im Jahr 2022. Das Güteraufkommen erreichte 2024 21 Millionen Tonnen.
Der Luftverkehr verzeichnete ein deutliches Wachstum im internationalen Flugverkehr. Die marokkanischen Flughäfen fertigten 2024 einen Rekord von mehr als 32,6 Millionen Passagieren (Ankünfte und Abflüge) ab, im Vergleich zu 20,5 Millionen im Jahr 2022. Dies bestätigt laut Kayouh „Marokkos Position als attraktives Reise- und Wirtschaftsziel“.
Auch der Seegüterverkehr wies eine bedeutende Entwicklung auf, mit einem Anstieg des gesamten Hafenverkehrsvolumens von 192,1 Millionen Tonnen im Jahr 2021 auf 241,2 Millionen Tonnen im Jahr 2024, was einem Wachstum von fast 25 % entspricht. Dieser Aufwärtstrend belege die Anpassungsfähigkeit der nationalen maritimen Logistikketten an die Anforderungen des Welthandels.
Erfolgreiche „Operation Marhaba“ und Straßenverkehrsdynamik
Die „Operation Marhaba 2025“ (5. Juni bis 10. September) verzeichnete ebenfalls ein erhöhtes Aufkommen: Insgesamt überquerten 3,19 Millionen Passagiere und 738.000 Fahrzeuge die Grenzen in beide Richtungen, was einem Anstieg von 7 % bei den Passagieren und 6 % bei den Fahrzeugen im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Kayouh führte diesen Erfolg auf die „Verbesserung der Aufnahmebedingungen“ zurück.
Im Straßenverkehrssektor betonte der Minister die anhaltende Dynamik, die durch Verbesserungen in der Berufsausbildung und die effektive Reaktion auf erhöhte Transportnachfrage während Spitzenzeiten, etwa durch die Erteilung von Sondergenehmigungen, erreicht wurde.
Finanzielle Stabilität und Modernisierungsbedarf
Die finanziellen Indikatoren der öffentlichen Einrichtungen im Transport- und Logistiksektor zeigten zwischen 2021 und 2024 ebenfalls eine deutliche Verbesserung, was die Wirksamkeit der umgesetzten Reformen belege. Die MAP berichtete, dass Berater die neue Dynamik begrüßten, jedoch auch die Notwendigkeit betonten, den Logistiksektor weiter zu modernisieren und umzustrukturieren, um seine Leistungsfähigkeit zu verbessern, Kosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit Marokkos als diversifiziertes Drehkreuz in internationalen Wertschöpfungsketten zu stärken.
Marokko – Staatliche Eisenbahngesellschaft ONCF meldet starkes Wachstum

