StartMarokkoMarokko – Strategische Wende in der Wasserversorgung

Marokko – Strategische Wende in der Wasserversorgung

Klimawandel forciert Notwendigkeit der Entsalzung

Angesichts anhaltender Dürreperioden setzt das Königreich auf den massiven Ausbau von Meerwasserentsalzungsanlagen, um bis 2030 einen Großteil seines Bedarfs zu decken und die landwirtschaftliche Exportstellung zu sichern.

Rabat – Marokko, das seit sieben Jahren unter anhaltender Dürre leidet, steht vor großen Herausforderungen bei der Sicherung seiner Wasserversorgung und Wasserressourcen. Der Klimawandel führt zu steigenden Temperaturen, welche die Verdunstung aus Stauseen beschleunigen und zu einer Erschöpfung des Grundwassers führen. Dieser Kontext, der durch ausgetrocknete Großstaudämme verschärft wird, macht eine tiefgreifende strategische Anpassung unumgänglich, insbesondere um die wichtige Rolle Marokkos als Produzent und Exporteur von Obst und Gemüse aufrechtzuerhalten.

Ambitioniertes Ziel: 60 % des Bedarfs durch Meerwasser

Die marokkanische Regierung hat ehrgeizige Pläne zur Bewältigung dieser Krise. Nach Angaben von Nizar Baraka, dem marokkanischen Minister für Ausrüstung und Wasser, strebt das Land an, bis zum Jahr 2030 ganze 60 % seines Trinkwasserbedarfs durch entsalztes Meerwasser zu decken. Dies stellt eine Vervielfachung der aktuellen Quote dar, die laut Baraka derzeit bei 25 % liegt.

Um dieses Ziel zu erreichen, beschleunigt das nordafrikanische Land seine Investitionen in die Entsalzungstechnologie. Die Pläne sehen vor, die jährliche Produktion von entsalztem Wasser bis 2030 auf 1,7 Milliarden Kubikmeter zu erhöhen.

Massive Investitionen und neue Großprojekte

Die Steigerung soll durch eine Kombination aus bereits im Bau befindlichen Projekten und neuen Anlagen erfolgen, deren Ausschreibungen bereits im kommenden Jahr starten sollen. Aktuell betreibt Marokko 17 Entsalzungsanlagen mit einer Jahresproduktion von 345 Millionen Kubikmetern. Vier weitere Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 540 Millionen Kubikmetern sind im Bau und sollen bis 2027 in Betrieb genommen werden, darunter eine Großanlage in Casablanca.

Ein herausragendes Vorhaben ist die geplante Entsalzungsanlage in der Nähe von Tiznit, deren Investitionsvolumen sich auf rund 10 Milliarden Dirham (etwa 1 Milliarde US-Dollar) belaufen soll. Sie wird eine Kapazität von 350 Millionen Kubikmetern besitzen und sowohl städtische Zentren als auch landwirtschaftliche Gebiete in der Kornkammer des Landes versorgen. Laut Minister Nizar Baraka gegenüber Reuters laufen hierfür derzeit Studien, um die Ausschreibung Mitte des nächsten Jahres vorzubereiten.

Weitere Anlagen sind in den Regionen um Nador, Tanger, Rabat (in Partnerschaft mit dem französischen Konzern Veolia) sowie in Tantan geplant berichtet das Nachrichtenmagazin telquel.ma.

Fokus auf nachhaltige Energie und Verdunstungsschutz

Ein zentraler Aspekt der neuen Wasserstrategie ist die Nachhaltigkeit. Baraka betonte, dass alle neuen Entsalzungsanlagen mit erneuerbarer Energie betrieben werden sollen.

Zusätzlich zu den Entsalzungsmaßnahmen testet Marokko innovative Lösungen zur Reduzierung des Wasserverlusts. Angesichts der Tatsache, dass die Verdunstung laut Minister Baraka für den Verlust von 30 % des Oberflächenwassers verantwortlich ist, wurden in der Nähe von Tanger schwimmende Solarpaneele auf einem Staudamm installiert, um diesen Effekt zu mindern. Das Experiment soll auf weitere Staudämme im Süden und in Bergregionen ausgeweitet werden.

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