StartGesellschaftMarokko – Behörden bestätigen 22 Todesopfer nach Einsturz von Wohngebäuden in Fès

Marokko – Behörden bestätigen 22 Todesopfer nach Einsturz von Wohngebäuden in Fès

Die Bergungsarbeiten im Stadtteil Al Moustakbal dauern an, während parallel technische und administrative Untersuchungen zur Baugeschichte der betroffenen Objekte eingeleitet wurden.

Die Bergungsarbeiten im Stadtteil Al Moustakbal dauern an, während parallel technische und administrative Untersuchungen zur Baugeschichte der betroffenen Objekte eingeleitet wurden.

Fès – In der marokkanischen Königsstadt Fès hat sich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch eine schwere Tragödie ereignet. Im Stadtviertel Al Moustakbal (Sektor Al Massira) gaben zwei aneinandergrenzende Wohngebäude nach und stürzten in sich zusammen. Laut den lokalen Behörden der Präfektur Fès forderten die Trümmer zahlreiche Menschenleben.

Steigende Opferzahlen und medizinische Versorgung der Überlebenden

Die Bilanz des Unglücks musste am 10. Dezember 2025 nach oben korrigiert werden. Nach Angaben der örtlichen Behörden stieg die Zahl der Todesopfer auf insgesamt 22 Personen. Zuvor war in vorläufigen Berichten von 19 Toten die Rede gewesen. Neben den Todesopfern wurden 16 Menschen mit unterschiedlich schweren Verletzungen geborgen. Diese wurden zur medizinischen Versorgung in das Universitätsklinikum Fès (CHU) verlegt.

In den beiden vierstöckigen Gebäuden lebten zum Zeitpunkt des Unglücks insgesamt acht Familien. Unmittelbar nach dem Vorfall leiteten Sicherheitskräfte und der Zivilschutz umfangreiche Such- und Rettungsmaßnahmen ein, die auch am Mittwoch noch andauerten, um mögliche weitere Verschüttete zu finden.

Sicherheitsmaßnahmen und Evakuierung der Nachbarschaft

Um die Sicherheit der Anwohner zu gewährleisten, wurden umfassende Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Die Einsatzkräfte sperrten das Areal weiträumig ab und veranlassten die Evakuierung der Bewohner aus den umliegenden Häusern. Dies geschah, um die Bevölkerung vor möglichen Folgegefahren durch instabile Nachbargebäude zu schützen.

Fragen zur Bausubstanz im Kontext des Programms „Stadt ohne Slums“

Der Fokus richtet sich nun auf die Ursachen des strukturellen Versagens. Ersten Datenerhebungen zufolge wurden die eingestürzten Gebäude im Jahr 2006 errichtet. Laut den vorliegenden Informationen entstanden die Bauten im Rahmen von Selbstbaumaßnahmen („Auto-Construction“), die Teil des nationalen Programms „Fez, Stadt ohne Slums“ waren. Dieses Programm zielte ursprünglich darauf ab, die Wohnsituation der Bewohner des Douars „Ain Smen“ zu verbessern.

Juristische Aufarbeitung und technische Gutachten gestartet

Die zuständige Staatsanwaltschaft hat gerichtliche Ermittlungen eingeleitet, um die strafrechtliche Relevanz des Vorfalls zu prüfen. Parallel dazu laufen administrative Untersuchungen. Ein spezialisiertes Beratungsunternehmen wurde beauftragt, ein technisches Gutachten zu erstellen.

Ziel dieser Untersuchungen ist es laut Behördenangaben, die genauen technischen Ursachen für den Einsturz zu ermitteln. Dabei soll insbesondere geprüft werden, ob beim Bau im Jahr 2006 gegen geltende städtebauliche Vorschriften verstoßen wurde oder Verfahrensmängel vorlagen. Die Aufarbeitung soll klären, inwieweit administrative und technische Verantwortlichkeiten für diese Katastrophe bestehen.

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