StartMarokkoMarokko – Strategische Souveränität und die Vision einer aktiven Süd-Süd-Kooperation

Marokko – Strategische Souveränität und die Vision einer aktiven Süd-Süd-Kooperation

Infrastruktur als Lebensader der wirtschaftlichen Autonomie

Auf dem 11. OACPS-Gipfel in Malabo unterstreicht das Königreich Marokko seine Rolle als Motor für regionale Integration und fordert eine Abkehr von klassischen Abhängigkeiten zugunsten echter Partnerschaften.

Malabo – Im Rahmen des 11. Gipfeltreffens der Organisation der Staaten Afrikas, der Karibik und des Pazifiks (OACPS) in Malabo hat Marokko seine angestrebte Position als wichtiger strategischer Akteur des globalen Südens bekräftigt. Als Ehrengast der Versammlung präsentierte der marokkanische Außenminister Nasser Bourita die Leitlinien einer Außenpolitik, die unter der Führung von König Mohammed VI. eine klare Neuausrichtung erfahren hat. Im Zentrum steht dabei die Überzeugung, dass wirtschaftliche Souveränität und regionale Stabilität untrennbar miteinander verbunden sind.

Partnerschaft auf Augenhöhe statt einseitiger Hilfe

In seiner Ansprache vor den Staats- und Regierungschefs verdeutlichte Minister Bourita, dass die marokkanische Strategie der Süd-Süd-Kooperation weit über diplomatische Floskeln hinausgeht. Laut Berichten der Nachrichtenagentur MAP und Analysen der Maghreb-Post versteht das Königreich diesen Weg als „Doktrin“, die das Ziel verfolgt, Hilfe durch aktive Partnerschaft zu ersetzen.

Diese Vision basiert auf der Erkenntnis, dass die Herausforderungen der OACPS-Staaten – von der Ernährungssicherheit bis zum Klimawandel – nur durch die Bündelung endogener Potenziale gelöst werden können. Marokko setzt hierbei auf eine „diversifizierte, integrierte und dynamische Vision“, die bilaterale Rahmen sprengt und auf großflächige wirtschaftliche Hebel setzt, um die nationale Souveränität jedes Partners zu stärken.

Die königliche Vision: „Teilen, was man hat“

Ein zentraler Bezugspunkt der aktuellen Diplomatie ist die Rede von König Mohammed VI., die er bereits 2017 vor der Afrikanischen Union hielt und die bis heute als programmatisches Fundament dient. Darin betonte der Monarch: „Meine Vision der Süd-Süd-Kooperation ist klar und beständig: Mein Land teilt, was es hat, ohne Prahlerei.“ Dieser Ansatz spiegelt sich in den über 1.600 Kooperationsabkommen wider, die Marokko in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten unterzeichnet hat.

Besonders im Bildungssektor und der Landwirtschaft wird dieser Wissenstransfer deutlich. Mit derzeit fast 19.400 Stipendiaten aus befreundeten Nationen und massiven Düngemittellieferungen – allein im Jahr 2022 wurden über 560.000 Tonnen zu Vorzugsbedingungen oder als Spende an afrikanische Partner geliefert – positioniert sich das Land als stabilisierender Faktor in der Region.

Infrastruktur als Lebensader der wirtschaftlichen Autonomie

Um die geografischen Beschränkungen der Sahel-Region und anderer Partnerländer in wirtschaftliche Chancen zu verwandeln, forciert Marokko ambitionierte Großprojekte. Die afrikanische Atlantik-Gaspipeline, die 13 Länder vernetzen soll, wird in Malabo als „lebenswichtige Ader“ für einen gemeinsamen Wohlstandsbereich beschrieben. Parallel dazu eröffnet die königliche Initiative für den Zugang der Sahelstaaten zum Atlantik neue Handelswege für Binnenstaaten und fördert so die kontinentale Integration.

Diese Projekte sind Teil eines größeren Paradigmenwechsels, den Marokko auch im Rahmen des Samoa-Abkommens fordert. Das Abkommen dürfe nicht als reiner Mechanismus zur Ressourcenübertragung dienen, sondern müsse einen strategischen Rahmen für die Autonomie der OACPS-Mitglieder bieten.

Marktkontrolle und wirtschaftliche Wachsamkeit

Diese Politik der Stärke und Eigenständigkeit setzt sich auch auf der innenpolitischen Ebene fort. In einem Umfeld globaler Marktinstabilitäten zeigt Marokko eine erhöhte Wachsamkeit gegenüber wirtschaftlichen Verwerfungen. Passend zur strategischen Ausrichtung des Königreichs hat der nationale Wettbewerbsrat kürzlich angekündigt, die Kontrolle über den Erdölmarkt und die Kraftstoffpreise signifikant zu intensivieren.

Hier erfahren Sie mehr über die strategische Vision von König Mohammed VI. für die Entwicklung des afrikanischen Kontinents.

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