Angesichts wachsender Spannungen in der Golf-Region setzt Rabat auf eine Mischung aus diplomatischer Solidarität und dem Drängen auf internationale Rechtsnormen.
Rabat / Kairo – Im Rahmen der 165. Ordentlichen Sitzung des Ministerrats der Arabischen Liga hat Marokko seine außenpolitische Strategie gegenüber den Partnern am Golf bekräftigt. Außenminister Nasser Bourita verdeutlichte in seiner per Videokonferenz gehaltenen Rede am 29. März 2026, dass das Königreich die Souveränität dieser Staaten als zentralen Bestandteil der regionalen Stabilität betrachte.
Fokus auf zivile Infrastruktur und wirtschaftliche Folgen
Ein wesentlicher Aspekt der marokkanischen Analyse betrifft die Art der aktuellen Bedrohungen. Laut Bourita (Quelle: MAP) habe die Region eine Phase erreicht, in der verstärkt zivile Ziele wie Flughäfen, Häfen und Kraftwerke ins Visier geraten. Diese Angriffe stellten nicht nur eine Verletzung des Völkerrechts dar, sondern schädigten auch die internationale Wirtschaft erheblich. Marokko sieht hierin eine Eskalationsstufe, die über lokale Konflikte hinausgeht und den Weltfrieden gefährden könnte, sofern keine entschlossene Eindämmung erfolgt.
Forderung nach Einhaltung der UN-Resolutionen
In der Auseinandersetzung mit regionalen Akteuren, insbesondere mit Blick auf die Rolle des Irans, mahnte der Außenminister die Einhaltung internationaler Vereinbarungen an. Marokko fordert die Umsetzung der UN-Sicherheitsratsresolution 2817 sowie eine sofortige Einstellung feindseliger Handlungen. Bourita betonte, dass eine „einheitliche und feste arabische Position“ notwendig sei, um die Sicherheit des regionalen Luftraums und der Seeschifffahrt dauerhaft zu gewährleisten. Damit positioniert sich Rabat als Befürworter einer geschlossenen diplomatischen Front.
Dialog und Mediation als strategische Pfeiler
Trotz der deutlichen Verurteilung der Aggressionen hält sich die marokkanische Diplomatie den Weg für friedliche Lösungen offen. Das Königreich verfolge aktuelle Mediationsvorschläge aufmerksam. Ein „ernsthafter Dialog unter Wahrung der Vernunft“ sei laut Bourita der einzige nachhaltige Weg, um Sicherheit wiederherzustellen. In diesem Kontext unterstützt Marokko Initiativen zur Deeskalation, um ein erneutes Aufflammen von Konflikten langfristig zu verhindern und die Interessen der arabischen Staatengemeinschaft zu wahren.

