Die marokkanische Wirtschafts- und Finanzministerin Nadia Fettah hat im Oberhaus des Parlaments über den aktuellen Stand des staatlichen Grundbesitzes informiert. Durch umfassende Registrierungsmaßnahmen konnte der erfasste Bodenbestand deutlich ausgebaut werden.
Rabat – Am 11. Juni 2026 beliefen sich die staatlichen Landbestände in Marokko auf insgesamt über 13,7 Millionen Hektar. Dies entspricht einem Zuwachs von 1,7 Millionen Hektar im Vergleich zum Stand Ende 2025. Wie Wirtschafts- und Finanzministerin Nadia Fettah am Dienstag vor dem Parlament erläuterte, ist dieser Anstieg primär auf eine intensivierte Landregistrierungsaktion der staatlichen Liegenschaftsverwaltung zurückzuführen.
Erfolgreiche Landregistrierung durch den Staat
Im Rahmen dieser Maßnahmen wurden Anträge für zuvor nicht erfasste Flächen von mehr als 6,5 Millionen Hektar eingereicht – ein Anstieg um 381 Prozent gegenüber dem Jahr 2024. Zudem konnten für über 590.000 Hektar offizielle Landtitel erstellt werden. Laut Ministerin Fettah liegt der Anteil nicht registrierter Grundstücke im Staatsbesitz damit bei nur noch 0,03 Prozent und sei „nahezu auf null gesunken“.
Die Ministerin betonte, dass der Fokus der Verwaltung nun von der reinen Erfassung auf die wirtschaftliche Nutzung verlagere. „Die Herausforderung liegt nicht nur in der Größe der Bestände, sondern in deren Mobilisierung für Investitionen und öffentliche Projekte“, so Ministerin Fettah.
Investitionen und Infrastruktur
Bereits bis zum Jahr 2025 wurden knapp 32.000 Hektar staatliches Land für die Umsetzung von 308 Investitionsprojekten bereitgestellt. Das Gesamtvolumen dieser Vorhaben wird auf rund 71 Milliarden Dirham beziffert; es wird erwartet, dass dadurch etwa 16.000 Arbeitsplätze entstehen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf den südlichen Provinzen. Mehr als die Hälfte der genannten Investitionsprojekte befindet sich in dieser Region, was Ministerin Fettah mit der dortigen Entwicklung, unter anderem im Bereich der erneuerbaren Energien und beim Ausbau des Hafens „Dakhla Atlantic“, begründete. Zusätzlich wurden rund 812 Hektar für soziale Infrastruktur, wie Schulen und Krankenhäuser, reserviert.
Umgang mit illegalen Besetzungen
Zur Frage der illegalen Besetzung von staatlichen Privatgrundstücken erklärte Ministerin Fettah, die Regierung verfolge einen „ausgewogenen Ansatz“. Ziel sei es, soziale Aspekte und das Gemeinwohl in Einklang zu bringen. In Fällen, in denen keine einvernehmliche Einigung erzielt werden kann – was bereits für rund 16.087 Hektar gelang –, werde der Rechtsweg eingeschlagen.

