Steigende Verwaltungskosten für Staatsfahrzeuge zwingen Rabat zu strengeren Regeln und einer Neuausrichtung der Beschaffungspolitik, um die öffentlichen Finanzen zu entlasten.
Die Verwaltung des staatlichen Fuhrparks in Marokko stellt für die öffentlichen Finanzen eine erhebliche Belastung dar. Die jährlichen Kosten übersteigen aktuell 3 Milliarden marokkanische Dirham (MAD). Diesen Sachverhalt stellte die Ministerin für Wirtschaft und Finanzen, Nadia Fettah, in den Mittelpunkt ihrer Antwort auf eine schriftliche Anfrage im Parlament. Sie kündigte eine umfassende Reform an, die darauf abzielt, diese Ausgaben zu regulieren und die Nutzung der Ressourcen zu optimieren.
Obwohl die finanziellen Belastungen für die Flottenverwaltung im Zeitraum 2020 bis 2023 auf maximal 2,67 Milliarden MAD pro Jahr begrenzt wurden, verdeutlicht die Grundlast die Notwendigkeit des Eingreifens. Laut Berichten der Tageszeitung Al Akhbar ist der größte Ausgabenposten der Kauf von Kraft- und Schmierstoffen, der im Zeitraum von 2021 bis 2025 durchschnittlich fast 60 Prozent aller Ausgaben ausmachte.
Historische Kosten und der Zweck der Rationalisierung
Die geplante Reform reagiert auch auf Erfahrungen aus der Vergangenheit. Im Zeitraum von 2012 bis 2014 lagen die jährlichen Kosten für den Fuhrpark durchschnittlich noch bei 3,5 Milliarden Dirham, mit einem Höchststand von 3,8 Milliarden Dirham im Jahr 2013.
Der zentrale Zweck der aktuellen Maßnahmen ist die Optimierung der Betriebskosten, um den finanziellen Druck einzudämmen. Wie die MAGHREB-POST bereits 2024 berichtetet, arbeitete das Wirtschaftsministerium an einer Neustrukturierung. Das Budget für die Anschaffung neuer Fahrzeuge belief sich zwischen 2018 und 2023 im Durchschnitt auf 420,54 Millionen Dirham pro Jahr. Im Gegensatz dazu gilt die Mietoption / Leasing als kostengünstiger, da sie laut Ministerin Fettah nur durchschnittlich 2 Prozent der Gesamtkosten für die Verwaltung des Fuhrparks ausmacht.
Neue Regeln und die bevorstehende Umsetzung
Zur konkreten Rationalisierung kündigte Ministerin Fettah bereits vor einem Jahr neue Regeln an. Diese sollen die Nutzung von Dienstwagen neu regeln.
Als eine der weitreichendsten Vorschriften wird genannt, dass Dienstfahrzeuge künftig nur noch auf Einsatzbefehl bewegt werden dürfen. Zudem soll der Regulierungsrahmen weiterhin die nationale Präferenz bei der öffentlichen Auftragsvergabe begünstigen, indem er die Beschaffung lokal hergestellter Fahrzeuge fördert.

