Die marokkanische Regierung schafft die ganzjährige Sommerzeit (GMT+1) ab. Die Umstellung erfolgt wenige Tage vor den landesweiten Parlamentswahlen.
Rabat – Marokko wird zum Ende dieses Sommers dauerhaft zur gesetzlichen Standardzeitzone (GMT) zurückkehren. Wie Regierungschef Aziz Akhannouch im Anschluss an eine Sitzung des Regierungsrats bekannt gab, tritt die Neuregelung am Sonntag, den 20. September 2026, offiziell in Kraft. Damit verabschiedet sich das nordafrikanische Königreich von der Rechtsverordnung der dauerhaften Sommerzeit (GMT+1).
Nach Angaben von Regierungssprecher Mustapha Baïtas in seiner wöchentlichen Pressekonferenz am Donnerstag entspricht dieser Schritt einer wiederholt geäußerten und nachdrücklichen Forderung großer Teile der Bevölkerung sowie mehrerer Oppositionsparteien. Regierungschef Akhannouch betonte in einer Presseerklärung, dass die Entscheidung das Ergebnis intensiver Konsultationen innerhalb der regierenden Mehrheit sei und die konkreten Erwartungen der Bürger berücksichtige. Eine offizielle Bürgerpetition, welche die Abschaffung der zusätzlichen Stunde zugunsten der natürlichen Zeitzone verlangte, hatte im Vorfeld mehr als 200.000 Unterschriften gesammelt. Die Maßnahme soll vor allem die sozioökonomischen Belastungen und Probleme im Zusammenhang mit den dauerhaften Überstunden (GMT+1) lösen.
Zeitumstellung kurz vor den Parlamentswahlen
Die praktische Umsetzung der Zeitumstellung erfolgt exakt drei Tage vor den für den 23. September 2026 angesetzten Parlamentswahlen. Dieser enge zeitliche Zusammenhang stößt bei politischen Beobachtern auf besonderes Interesse, da die Zeitfrage in den vergangenen Jahren zu einem wiederkehrenden Thema in der gesellschaftlichen Debatte gereift war.
Mit der Rückkehr zur standardmäßigen GMT-Zeit zieht die Regierung in Rabat eine administrative Konsequenz aus einer langanhaltenden Bürgerbewegung. Über die begleitenden Anpassungen in den Sektoren des öffentlichen Dienstes sowie des Bildungswesens wird die Exekutive in den kommenden Wochen informieren.

