StartMarokkoMarokko – Kartoffelexporte steigen in Saison 2024/25 um fast 500 Prozent

Marokko – Kartoffelexporte steigen in Saison 2024/25 um fast 500 Prozent

Nach Jahren des Rückgangs erreicht die Ausfuhr von Kartoffeln neue Dimensionen – Gute Ernte und veränderte Handelsstrategien treiben Exporte

Casablanca – Die marokkanischen Kartoffelexporte haben in der Saison 2024/25 einen außergewöhnlichen Anstieg verzeichnet. Laut dem Fachportal EASTFruit stieg das Ausfuhrvolumen in den ersten vier Monaten der Saison – von Juli bis Oktober 2024 – um fast 500 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Konkret wurden rund 42.000 Tonnen Kartoffeln exportiert, verglichen mit etwa 7.000 Tonnen im gleichen Zeitraum 2023.

Dieser Aufschwung kommt nach einer langen Phase rückläufiger Exportzahlen. Zwischen 2018 und 2023 waren die Ausfuhren kontinuierlich gesunken, zeitweise auf weniger als ein Drittel früherer Mengen. Ursachen waren laut EASTFruit vor allem wetterbedingte Ernteausfälle, steigende Produktionskosten und eine stärkere Fokussierung auf die Versorgung des Binnenmarktes.

Treiber des aktuellen Exportbooms

Mehrere Faktoren haben zu diesem deutlichen Anstieg beigetragen. Nach Angaben von EASTFruit waren die klimatischen Bedingungen während der Anbauphase 2024 überdurchschnittlich günstig, wodurch die Ernteerträge deutlich stiegen. Die Anbaufläche für Kartoffeln wuchs im Vergleich zur Vorsaison leicht, und gleichzeitig fiel in einigen europäischen Anbauregionen die Ernte schwächer aus.

Das marokkanische Nachrichtenportal Le360 betont zudem die Rolle staatlicher Maßnahmen. Verbesserungen in Transport- und Lagerlogistik, der Ausbau von Hafeninfrastruktur und vereinfachte Exportformalitäten hätten den Marktzugang erleichtert. Wichtige Abnehmerländer sind derzeit Spanien, Portugal und Frankreich, die ihre Importe aus Marokko im Zuge der europäischen Ernteausfälle erhöht haben.

Sorge vor steigenden Preisen im Inland

Trotz des Exportbooms, der im Wert ebenfalls deutlich gestiegen ist, versichern die Behörden und Branchenvertreter gegenüber Le360, dass die Inlandsversorgung nicht gefährdet sei. Ein Teil der gesteigerten Produktion bleibt für den heimischen Markt reserviert, um Preisstabilität zu gewährleisten. Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass in Jahren mit schwächerer Ernte eine stärkere Exportorientierung zu Versorgungsproblemen führen könnte.

Landwirtschaft als zentraler Wirtschaftsfaktor

Die Landwirtschaft ist nach wie vor der Primärsektor des nordafrikanischen Königreiches. Laut nationalen Wirtschaftsdaten erwirtschaftet der Primärsektor – zu dem neben Ackerbau auch Viehzucht und Fischerei zählen – rund 12 bis 14 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Er beschäftigt etwa ein Drittel der Erwerbstätigen, insbesondere in ländlichen Regionen. Kartoffeln gehören zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Gütern neben Getreide, Zitrusfrüchten und Oliven.

Die aktuelle Exportsteigerung verdeutlicht, wie stark einzelne Kulturen auf die Außenhandelsbilanz wirken können. Branchenexperten sehen in der Entwicklung ein Signal, dass Marokko bei günstigen Bedingungen nicht nur die eigene Versorgung sichern, sondern auch als verlässlicher Agrarlieferant im Mittelmeerraum auftreten kann. Doch die immer häufiger auftretenden Dürren, steigenden Durchschnittstemperaturen und die wachsende Wasserknappheit sind eine Bedrohung für die Entwicklung.

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