Der Wetterdienst warnt vor hohen Temperaturen bis 47 Grad in mehreren Regionen Marokkos – mit lokalen Gewittern in den Berggebieten.
Rabat – Marokko steht in den nächsten zehn Tagen vor einer deutlichen Wetterverschärfung: Laut marokkanischen Medienberichten wird sich das Königreich auf eine ausgedehnte Hitzewelle mit lokalem Unwetterpotenzial einstellen müssen. Die Informationen beruhen auf offiziellen Prognosen der marokkanischen Generaldirektion für Meteorologie (DGM).
Demnach sollen die Temperaturen in mehreren Provinzen des Landes deutlich über die jahreszeitüblichen Werte steigen – in manchen Regionen sogar bis auf 47 Grad Celsius. Gleichzeitig wird in bestimmten Höhenlagen mit Gewittern gerechnet, was auf ein insgesamt instabiles Wetterbild hinweist.
Betroffene Regionen und Temperaturprognosen
Besonders stark betroffen von der Hitzeperiode sind laut DGM die südlichen und zentralen Landesteile. In Regionen wie Errachidia, Tata, Assa-Zag, Zagora und Figuig werden Tageshöchstwerte zwischen 44 und 47 Grad erwartet. Auch Gebiete wie Marrakech, Béni Mellal, Khénifra oder Taroudant dürften in den kommenden Tagen durch extreme Temperaturen belastet werden.
Es muss dazrauf hingewiesen werden, dass diese Werte über den klimatologischen Normalwerten für Anfang Juli liegen. In den Höhenlagen des Mittleren und Hohen Atlas sowie in Teilen des Rif-Gebirges werden zudem Gewitterereignisse erwartet, insbesondere am späten Nachmittag und Abend.
Ursachen der Hitzewelle – Warme Luftmassen aus dem Süden
Die Generaldirektion für Meteorologie führt die Wetterlage auf einen Zustrom heißer, trockener Luftmassen aus dem Süden zurück. Diese Luftströmungen, die aus dem Sahara-Raum nach Norden ziehen, verstärken die thermische Belastung insbesondere im Landesinneren und in den Tälern.
Der Effekt werde durch ein „stationäres Hochdrucksystem“ begünstigt, das eine Luftzirkulation blockiert und so die Hitze über mehrere Tage hinweg festsetzt. Auch die hohen Nachttemperaturen, die in manchen Regionen kaum unter 30 Grad fallen werden, verstärken die Belastung für Bevölkerung und Infrastruktur.
Lokale Gewitter als zusätzlicher Risikofaktor
Neben der Hitze selbst stellen lokale Gewitter in den Bergregionen eine zusätzliche Herausforderung dar. Es besteht, insbesondere in den späten Nachmittagsstunden, erhöhte Gefahr für kurze, aber intensive Niederschläge. Diese könnten in abgeschiedenen Gegenden zu Sturzfluten oder Erdrutschen führen – vor allem in schwer zugänglichen Gebieten des Hohen Atlas.
Die Behörden rufen deshalb zur Wachsamkeit auf, insbesondere für Bewohner und Reisende in betroffenen Regionen. Auch Wanderer und Touristen, die sich in den Bergen aufhalten, werden gebeten, Wetterwarnungen regelmäßig zu verfolgen.
Empfehlung der Behörden – Schutzmaßnahmen ernst nehmen
Die Generaldirektion für Meteorologie sowie das Innenministerium appellieren an die Bevölkerung, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Aufenthalte im Freien während der heißesten Tageszeit sollen vermieden, ausreichend Wasser konsumiert und körperliche Anstrengung reduziert werden.
In besonders betroffenen Gebieten könnten kommunale Behörden Maßnahmen zur Unterstützung vulnerabler Gruppen wie älterer Menschen oder Kinder ergreifen. Auch landwirtschaftliche Betriebe sind aufgerufen, Vorkehrungen zum Schutz von Vieh und Bewässerungssystemen zu treffen.
Hitzewelle als Warnsignal für zunehmende Wetterextreme
Die aktuelle Wetterlage verdeutlicht einmal mehr die zunehmende Anfälligkeit der Region für extreme klimatische Ereignisse. Während Hitzewellen in Marokko keine Seltenheit sind, zeigt die Länge und Intensität dieser angekündigten Periode eine Verschärfung des Wettermusters.
Bürgerinnen und Bürger werden aufgefordert, sich regelmäßig über lokale Warnungen zu informieren – und auf mögliche Änderungen schnell zu reagieren.
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