Hitzewelle und Brände setzen Portugal unter Druck – Bilateral vereinbarte Hilfeleistung zwischen Portugal und Marokko greift.
Rabat – Portugal kämpft derzeit mit einer Reihe schwerer Waldbrände, die durch eine anhaltende Hitzewelle verstärkt werden. Nach Angaben des portugiesischen nationalen Zivilschutzes sind mehr als 1.600 Feuerwehrleute, 528 Fahrzeuge und 28 Luftfahrzeuge in mehreren Regionen im Einsatz. Besonders betroffen ist die Region um Trancoso im Zentrum des Landes, wo seit Samstag rund 8.000 Hektar Land zerstört wurden. Weitere Brandherde befinden sich unter anderem in Covilha nahe dem Naturpark Serra da Estrela.
Der portugiesische Wetterdienst warnte, dass die Temperaturen im Süden am Dienstag bis zu 44 Grad Celsius erreichen könnten. Bis mindestens Mittwoch bleibt das Land in Alarmbereitschaft. Laut vorläufigen Daten des Nationalen Forstinstituts sind in diesem Jahr bereits rund 60.000 Hektar Wald- und Buschland verbrannt.
Ausfall eigener Löschflugzeuge führt zu Hilfsanfrage
Nachdem in Portugal zwei Canadair-Löschflugzeuge aufgrund technischer Probleme außer Betrieb gingen, aktivierte die Regierung in Lissabon den bilateralen Kooperationsmechanismus mit Marokko. Ursprünglich hatte Portugal versucht, Unterstützung aus Spanien zu erhalten. Doch die dortige Regierung konnte aufgrund einer ebenfalls kritischen Brandsituation und einer anhaltenden Hitzewelle nicht reagieren.
Das portugiesische Innenministerium teilte am Montag mit, dass zwei marokkanische Canadair-Wasserbomber bereits Anfang der Woche in Portugal erwartet wurden und bis Ende der Woche in die laufenden Brandbekämpfungsmaßnahmen integriert werden sollen.
Marokkanische Hilfeleistung im Rahmen bilateraler Zusammenarbeit
Der Einsatz der marokkanischen Flugzeuge ist Teil einer bereits bestehenden Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern im Bereich Katastrophenschutz. Diese Kooperation sieht vor, dass im Falle von Naturkatastrophen schnelle gegenseitige Hilfe geleistet werden kann.
Nach Angaben des staatlichen marokkanischen Fernsehsenders 2M wurde die Unterstützung kurzfristig organisiert, um die Lücken in der portugiesischen Luftflotte zu schließen und die Einsatzkräfte vor Ort zu entlasten. Ziel ist es, die Ausbreitung der Brände einzudämmen und besonders gefährdete Regionen zu schützen.
Bedeutung für die Region und internationale Zusammenarbeit
Der Vorfall verdeutlicht die zunehmende Bedeutung grenzüberschreitender Kooperation im Katastrophenschutz, insbesondere in Zeiten extremer Wetterbedingungen. Sowohl Portugal als auch Marokko zählen zu den Ländern, die in den Sommermonaten immer häufiger von Waldbränden betroffen sind. Der Austausch von Ressourcen, wie in diesem Fall Löschflugzeugen, kann entscheidend sein, um Eskalationen zu verhindern. Dabei spielt es keine Rolle ob es such um ein europäisches oder afrikanisches Land handelt.

