Ein DW-Bericht über Phosphat-Deals, geopolitische Allianzen und den Kampf um Souveränität.
Bonn – Marokko befindet sich auf einem steilen Aufstieg zur regionalen Führungsmacht. Während das Land wirtschaftlich boomt und sich als Gastgeber der Fußball-WM 2030 präsentiert, steht im Zentrum seiner Politik ein jahrzehntelanger Territorialkonflikt: der Anspruch auf die Westsahara.
Seit über 50 Jahren schwelt der Streit um das Gebiet, das völkerrechtlich als umstritten gilt. Doch unter König Mohammed VI. hat Marokko eine Strategie entwickelt, die den Widerstand der Unabhängigkeitsbewegung Polisario Front zunehmend ins Leere laufen lässt. Ein zentraler Pfeiler dieser Politik ist die sogenannte „Phosphat-Diplomatie“. Da Marokko über die weltweit größten Reserven dieses für Düngemittel essenziellen Rohstoffs verfügt – viele davon in der Westsahara –, nutzt es diesen Hebel, um Allianzen in Afrika und darüber hinaus zu schmieden.
Der größte diplomatische Durchbruch gelang durch einen pragmatischen Tauschhandel mit den USA: Marokko normalisierte seine Beziehungen zu Israel und erhielt im Gegenzug die Anerkennung seiner Souveränität über die Westsahara durch Washington. Diesem Beispiel folgten inzwischen Schwergewichte wie Frankreich und Spanien.
Durch massive Investitionen in Infrastruktur, wie den neuen Hafen in Dachla, und die Ansiedlung marokkanischer Bürger schafft das Königreich unumkehrbare Fakten vor Ort. Während die Sarauis in Flüchtlingslagern in Algerien auf ein Referendum warten, scheint Marokkos Plan der „begrenzten Autonomie“ unter eigener Flagge international immer mehr Gehör zu finden. Der Traum der Polisario von einem eigenen Staat rückt damit in weite Ferne.
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