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Marokko – 70 Jahre Unabhängigkeit: Historische „Symbiose“ zwischen Thron und Volk im Zentrum der staatlichen Erzählung

Die zentrale Bedeutung König Mohammed V.

Das Königreich feiert den Jahrestag der Souveränität, während die Rückbesinnung auf den nationalen Befreiungskampf auch die Ansprüche auf territoriale Integrität im Maghreb untermauert.

Rabat – Am 18. November 2025 feiert das Königreich Marokko den 70. Jahrestag der Unabhängigkeit, ein Ereignis, das die staatliche Nachrichtenagentur MAP als Höhepunkt eines „langen, epischen Kampfes“ zur Verteidigung der Souveränität des Königreichs beschreibt. Im Zentrum dieser offiziellen Darstellung steht die „perfekte Symbiose zwischen Thron und Volk“, welche als treibende Kraft des Unabhängigkeitskampfes hervorgehoben wird.

Der historische Kontext zeigt, dass Marokko nach Jahrhunderten unabhängiger muslimischer Dynastien, darunter die Alawiden, am 30. März 1912 durch den Vertrag von Fès ein französisches Protektorat wurde. Nur kurze Zeit später teilten Frankreich und Spanien das Land weiter auf, wobei Spanien kleinere Zonen im Norden und Süden erhielt, während Tanger einen internationalen Status bekam.

Die Unabhängigkeitsbewegung verlagerte sich von anfänglichen bewaffneten Aufständen – wie der nur mit großer Brutalität niedergeschlagenen Rif-Republik (1921–1926) – zu einem organisierten Nationalismus, dessen Wendepunkt die Gründung der Istiqlal-Partei im Jahr 1943 war, die das Ende des Protektorats forderte.

Die zentrale Bedeutung König Mohammed V.

Als Schlüsselmoment des nationalen Unabhängigkeitskampfes wird der historische Besuch des verstorbenen König Mohammed V. in Tanger am 9. April 1947 genannt, in dem er öffentlich die Verbundenheit Marokkos mit seiner Freiheit und territorialen Integrität bekräftigte (MAP). Diese Haltung führte zu eskalierenden Spannungen mit der Kolonialmacht.

Das Exil des Sultans durch die französischen Behörden im Jahr 1953 nach Korsika und später Madagaskar radikalisierte den Kampf und führte zu einem „allgemeinen Aufstand in allen Städten und Dörfern Marokkos“. Die Rückkehr Mohammeds V. im Jahr 1955 und die anschließende Proklamation des Endes des französischen Protektorats am 18. November 1955 markierten den formalen Beginn der Unabhängigkeit. Am 2. März 1956 wurde die Souveränität Französisch-Marokkos besiegelt, gefolgt von der Beendigung des spanischen Protektorats über den Norden am 7. April 1956, wobei die Enklaven Ceuta und Melilla bis heute spanisch blieben.

Der „Große Kampf“ um die territoriale Einheit

Mit der Unabhängigkeit begann eine neue Ära, die König Mohammed V. als Übergang vom „kleinen Kampf“ (Al Jihad al-asghar) zum „großen Kampf“ (Al Jihad al-akbar) bezeichnete. Dieser „große Kampf“ richtete sich auf den Aufbau eines modernen Marokkos und die Bewahrung seiner territorialen Integrität (MAP).

Diese Politik wurde von König Hassan II. fortgesetzt, der den Kampf um die Vollendung der territorialen Einheit Marokkos mit der Rückeroberung von Sidi Ifni im Jahr 1969 und der Rückeroberung der Südprovinzen (Westsahara) durch den Grünen Marsch am 6. November 1975 vorantrieb. Diese Betonung der territorialen Einheit wird auch unter dem heutigen König Mohammed VI. fortgeführt, wobei die Verteidigung der territorialen Integrität als zentraler Pfeiler der Modernisierung des Landes und der nationalen Politik hervorgehoben wird (MAP).

Die jährliche Feier des Unabhängigkeitstages dient somit als Anlass, die Rolle des Königshauses als Garant der nationalen Einheit und Souveränität zu bekräftigen und die neuen Generationen aufzufordern, diesen „großen Dschihad“ zur Festigung der demokratischen Errungenschaften und der territorialen Integrität fortzusetzen (MAP).

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