Bei der 4. Tagung der Gemischten Kommission in Bamako verständigten sich die Außenminister Nasser Bourita und Abdoulaye Diop auf eine Ausweitung der Zusammenarbeit in Wirtschaft, Energie und Sicherheit sowie auf zollfreien Warenhandel.
Bamako / Rabat – Marokko und Mali haben am Freitag, 24. Juli 2026, in Bamako insgesamt 21 bilaterale Abkommen unterzeichnet. Die Vereinbarungen wurden zum Abschluss der vierten Tagung der Gemischten Kommission beider Staaten getroffen, die von Marokkos Außenminister Nasser Bourita und seinem malischen Amtskollegen Abdoulaye Diop geleitet wurde. Im Rahmen der Visite wurde Bourita zudem von Malis Übergangspräsident General Assimi Goïta empfangen.
Unterstützung bei Energiekrise und Handel
Ein Schwerpunkt der Vereinbarungen betrifft die Unterstützung Malis bei der Bewältigung seiner aktuellen Stromkrise. Marokko sagt die Lieferung und Installation elektrischer Ausrüstungen für eine anfängliche Leistung von 20 Megawatt zu. Ergänzend sind Expertenmissionen und ein Technologietransfer zum Ausbau von Solarenergiekapazitäten geplant.
Im Handelsbereich gewährt Marokko eine vollständige Befreiung von Importzöllen für eine festgelegte Liste malischer Waren im Rahmen einer Initiative für am wenigsten entwickelte Länder. Bereits am 23. Juli 2026 fand ein bilaterales Wirtschaftsforum des marokkanischen Unternehmerverbands CGEM und der malischen Handels- und Industrie-Kammer (CCIM) statt. Für Oktober 2026 ist die Durchführung einer malischen Wirtschaftswoche in Marokko angesetzt.
Darüber hinaus erhöht Marokko die Zahl der jährlichen Studienstipendien für malische Studierende auf 300. Die malische Seite begrüßte zudem die Aussetzung der Pflicht zur elektronischen Reisegenehmigung (AEVM) für malische Staatsangehörige. Im Gesundheitswesen wurden Partnerschaften in der Onkologie zwischen dem Krankenhaus von Mali und dem Nationalen Onkologie-Institut Marokkos, Vorhaben bei Dialysezentren sowie die Bereitstellung angepasster Düngemittel für die Landwirtschaft vereinbart.
Vereinbarungen zu Sicherheit und Diplomatie
Auf politischer Ebene bekräftigte die malische Delegation die Position vom 10. April 2026 zur Unterstützung der territorialen Integrität Marokkos und des marokkanischen Autonomieplans für die Westsahara unter Verweis auf die UN-Resolution 2797 vom 31. Oktober 2025. Marokko betonte seinerseits den Respekt für die Souveränität Malis und sagte Unterstützung bei Bemühungen zu, die Aussetzung Malis in der Afrikanischen Union aufzuheben.
Im Sicherheitsbereich verurteilten beide Seiten die Terroranschläge vom 25. April 2026 in Mali und bekräftigten die Absicht zu einer engeren militärischen Kooperation gegen Terrorismus und grenzüberschreitende Kriminalität.
Die fünfte Ministertagung der Gemischten Kommission soll 2028 in Marokko stattfinden.

