Ein neuer Liefervertrag mit dem deutschen Energieunternehmen VNG sieht höhere Erdgasexporte vor und erweitert die Zusammenarbeit auf Wasserstoffprojekte zwischen Algerien und Europa.
Algier / Berlin – Algerien wird seine Erdgaslieferungen nach Deutschland ab dem 1. Januar 2027 ausweiten. Das teilte der staatliche Energiekonzern Sonatrach nach der Unterzeichnung eines neuen Liefervertrags mit dem deutschen Energieunternehmen VNG mit. Die Vereinbarung wurde kürzlich in Berlin im Rahmen des offiziellen Deutschlandbesuchs des algerischen Präsidenten Abdelmadjid Tebboune unterzeichnet.
Nach Angaben von Sonatrach sieht der Vertrag eine Erhöhung der für den deutschen Markt bestimmten Gasmengen vor. Konkrete Angaben zum zusätzlichen Lieferumfang oder zur Laufzeit der Vereinbarung wurden zunächst nicht veröffentlicht.
Neben den Erdgaslieferungen wollen beide Unternehmen ihre Zusammenarbeit künftig auch im Bereich Wasserstoff ausbauen. Nach Angaben von Sonatrach umfasst die Vereinbarung eine Partnerschaft im Rahmen der Algerisch-Europäischen Wasserstoffallianz sowie des geplanten SouthH2-Korridors. Beide Vorhaben verfolgen das Ziel, Wasserstoff in Algerien zu produzieren und über eine neue Infrastruktur nach Europa zu exportieren.
Zusammenarbeit soll über Erdgas hinausgehen
Parallel zum Vertragsabschluss verwiesen beide Seiten auf eine bereits bestehende deutsch-algerische Absichtserklärung. Diese soll Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit unter anderem bei grünem Wasserstoff sowie der Verringerung von Methanemissionen ausloten.
Deutschland bemüht sich seit dem Rückgang russischer Gaslieferungen um eine breitere Diversifizierung seiner Energieimporte. Algerien zählt zu den wichtigsten Erdgasproduzenten Afrikas und beliefert bereits mehrere europäische Staaten über bestehende Pipelineverbindungen sowie den Export von Flüssigerdgas (LNG). Die nun vereinbarte Ausweitung der Lieferungen an VNG stärkt die Rolle Algeriens als Energielieferant für den deutschen Markt.
Der Wasserstoffbereich gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung. Sowohl die Europäische Union als auch Deutschland setzen langfristig auf Importe von grünem Wasserstoff, um Industrie und Energiesektor schrittweise zu dekarbonisieren. Der geplante SouthH2-Korridor gilt als eines der wichtigsten europäischen Infrastrukturprojekte für den Transport von Wasserstoff aus Nordafrika nach Mitteleuropa.
Mit dem neuen Vertrag vertiefen Sonatrach und VNG ihre bereits bestehende Geschäftsbeziehung. Ob und in welchem Umfang sich die zusätzlichen Gaslieferungen auf die deutsche Energieversorgung auswirken werden, dürfte sich mit Beginn der Vertragslaufzeit Anfang 2027 zeigen.

