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Marokko – US-Sonderberater Massad Boulos bekräftigt Position zur Westsahara und führt Gespräche mit Attaf und Bourita

Bevorstehende Entscheidung im UN-Sicherheitsrat

Am Rande der UN-Generalversammlung erneuert Washington seine Unterstützung für Rabats Autonomieplan, während Algier eine Vertiefung der bilateralen Beziehungen betont

New York – Massad Boulos, Sonderberater des US-Präsidenten für Afrika, nutzte die UN-Generalversammlung in New York, um die Position Washingtons zur Westsahara zu bekräftigen. In einem Treffen mit Marokkos Außenminister Nasser Bourita stellte er klar, dass die Vereinigten Staaten die Souveränität des Königreichs über die Region und den marokkanischen Autonomieplan als „einzige Grundlage für eine gerechte und dauerhafte Lösung“ betrachten. Dies berichtete die marokkanische Nachrichtenagentur MAP.

Sonderberater Boulos erklärte zudem, dass beide Seiten über die Beschleunigung des politischen Prozesses und den Ausbau der strategischen Partnerschaft gesprochen hätten. Nach seinen Worten suchen amerikanische Unternehmen verstärkt nach Investitionsmöglichkeiten „in ganz Marokko, auch in der Sahara“. Der stellvertretende US-Außenminister Christopher Landau hatte dazu ergänzend angekündigt, dass Washington Investitionen in den südlichen Provinzen Marokkos aktiv fördern wolle.

Algerien betont umfassenden Dialog mit den USA

Auch Algeriens Vertreter bei der Vollversammlung traf am selben Tag auf den US-Sonderberater. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur APS sprach Außenminister Ahmed Attaf in New York mit Herrn Boulos über die „wachsende Dynamik in den algerisch-amerikanischen Beziehungen“. Dabei sei ein mehrdimensionaler strategischer Dialog hervorgehoben worden, ebenso wie die Entwicklung einer engeren Wirtschaftspartnerschaft.

Das Treffen habe zudem eine Fortführung der Konsultationen über „wichtige regionale Fragen“ ermöglicht, die in den Zuständigkeitsbereich des US-Beraters fallen. Konkrete Hinweise auf die Westsahara-Frage wurden in der algerischen Mitteilung jedoch nicht gemacht.

Gespräch mit UN-Sondergesandtem de Mistura

Neben den Treffen mit Marokkos Außenminister Bourita und Algeriens Chefdiplomat Attaf führte Sondergesandter Boulos auch ein Gespräch mit Staffan de Mistura, dem UN-Sondergesandten des Generalsekretärs für die Westsahara. Über die Plattform X teilte er mit, dass es dabei um die bevorstehende Verlängerung des Mandats der UN-Mission MINURSO gegangen sei. Die Vereinigten Staaten bekräftigten in diesem Zusammenhang erneut, dass „eine echte Autonomie unter marokkanischer Souveränität die einzige Grundlage für eine gerechte, dauerhafte und für alle Seiten akzeptable Lösung“ darstelle (Boulos via X, 25.09.2025).

Bevorstehende Entscheidung im UN-Sicherheitsrat

Noch im Oktober wird erwartet, dass der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen wie jedes Jahr über die Fortführung des MINURSO-Mandats entscheidet. Die Mission wurde 1991 eingesetzt, um die Durchführung eines Referendums über den künftigen Status der Westsahara vorzubereiten. Ein solches Referendum hat bisher nicht stattgefunden.

Zudem hat die Polisario-Front im November 2020 den seit 1991 geltenden Waffenstillstand mit Marokko für beendet erklärt. Seither kommt es laut Berichten regelmäßig zu Spannungen und kleineren Gefechten, was die Arbeit der Mission zusätzlich erschwert.

Vor diesem Hintergrund gewinnt Rabats Autonomievorschlag zunehmend internationale Unterstützung. Neben den USA zählen auch Frankreich sowie eine Reihe afrikanischer und arabischer Staaten zu den Befürwortern. Da sowohl die USA als auch Frankreich ständige Mitglieder mit Vetorecht im Sicherheitsrat sind, gilt diese Positionierung als einflussreich für die Ausgestaltung künftiger Resolutionen.

Unterschiedliche Schwerpunkte in Rabat und Algier

Die parallelen Begegnungen zeigen, wie unterschiedlich die Akteure ihre Gespräche mit Washington kommunizieren. Während Rabat die US-Anerkennung des marokkanischen Souveränitätsanspruchs und die Aussicht auf neue Investitionen hervorhebt, betont Algier die Vertiefung bilateraler Beziehungen ohne ausdrückliche Bezugnahme auf die Westsahara.

Damit verfolgen beide Staaten erkennbar unterschiedliche Strategien: Marokko nutzt die internationale Bühne, um seinen Autonomieplan als einzige Lösung zu positionieren, während Algerien darauf setzt, seine Rolle als regionaler Partner der USA in anderen Fragen zu unterstreichen.

Die jüngsten Entwicklungen am Rande der UN-Generalversammlung unterstreichen, dass die Westsahara-Frage weiterhin ein zentrales Thema für die internationale Diplomatie im Maghreb bleibt. Die anstehende Entscheidung des UN-Sicherheitsrats zur MINURSO wird erneut zeigen, wie stark die internationalen Positionen aufeinander abgestimmt sind – und welche Spielräume für Kompromisse oder Risiken für neue Spannungen bestehen.

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