Die 13. Hochrangige Regierungskonsultation in Madrid festigt die Beziehungen zwischen Rabat und Madrid in Bereichen von feministischer Diplomatie bis zur Erdbebenforschung und Wirtschaftszusammenarbeit.
Am 4. Dezember 2025 fand in Madrid das 13. hochrangige Treffen zwischen der marokkanischen und der spanischen Regierung statt, das von den Regierungschefs Aziz Akhannouch und Pedro Sanchez gemeinsam geleitet wurde. Im Fokus der Konsultationen stand die weitere Vertiefung der bilateralen Beziehungen, die laut dem spanischen Außenminister José Manuel Albares und seinem marokkanischen Amtskollegen Nasser Bourita eine „historische Phase“ erleben. Im Rahmen dieses Treffens wurde eine Vielzahl von Kooperationsabkommen in Schlüsselbereichen unterzeichnet oder paraphiert.
Neue Impulse für Diplomatie und Sozialpolitik
Die unterzeichneten Absichtserklärungen erstrecken sich über weitreichende politische und soziale Felder. Ein besonders hervorgehobenes Abkommen ist die Absichtserklärung zur feministischen Außenpolitik. Dieses zielt darauf ab, den Dialog und den Erfahrungsaustausch zu intensivieren, um die Gleichstellung der Geschlechter stärker in allen außenpolitischen Bereichen beider Länder zu verankern.
Im diplomatischen Bereich wurde die Partnerschaft zwischen dem marokkanischen Institut für Ausbildung, Forschung und diplomatische Studien und der spanischen Diplomatenschule durch eine Vereinbarung gefestigt. Ebenso wurde eine Absichtserklärung zur Mobilität junger Diplomaten verabschiedet, die gezielte Programme zur Vertiefung des Wissens über die öffentlichen Politiken und strategischen Fragen Marokkos und Spaniens vorsieht.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die soziale Zusammenarbeit: Eine gemeinsame Erklärung zur Bekämpfung von Hassreden, insbesondere gegen Wanderarbeiter, wurde paraphiert. Laut der marokkanischen Nachrichtenagentur MAP schafft dieser Text einen Rahmen für einen integrierten Ansatz zur Prävention und Bekämpfung von Hassrede in all ihren Formen. Zudem verlängerten die Länder ein Memorandum of Understanding im Bereich Sozialschutz und soziale Sicherheit um zwei Jahre, um die technische Zusammenarbeit und die institutionelle Stärkung zu fördern.
Stärkung der Wirtschafts- und Sicherheitskooperation
Die Kooperation wurde auch im sensiblen Bereich der Forschung und der geologischen Sicherheit erweitert. Zwischen dem Nationalen Zentrum für wissenschaftliche und technische Forschung (CNRST) und dem Nationalen Geographischen Institut Spaniens wurde ein Abkommen zur bilateralen Zusammenarbeit unterzeichnet. Dieses konzentriert sich auf die Erforschung der Seismizität, der Geodynamik und der lithosphärischen Struktur in der Ibero-Maghrebinischen Zone und schließt die instrumentelle Überwachung sowie Frühwarnsysteme für Erdbeben und Tsunamis mit ein.
Im Wirtschaftssektor wurde eine Absichtserklärung zur Steuerkooperation unterzeichnet. Der Fokus liegt hierbei auf dem Austausch von Fachwissen in den Bereichen Veranlagung, Kontrolle und Einziehung von Steuern, der gemeinsamen Anpassung an internationale Steuerreformen und der Erforschung technologischer Lösungen zur Steigerung der Effizienz der Steuerverwaltungen beider Länder.
Die Landwirtschaft und Fischerei profitieren ebenfalls: Die Abkommen betonen unter anderem Agrarökologie, Modernisierung, Ernährungssicherheit sowie die Bekämpfung illegaler Fischerei.
Historischer Kontext und Wirtschaftliche Bedeutung
Die Intensivierung der Beziehungen steht im Einklang mit dem im Jahr 2022 festgelegten bilateralen Fahrplan. Wie das spanische Außenministerium mitteilte, ist Spanien Marokkos wichtigster Handelspartner. Diese Tatsache unterstreicht die wirtschaftliche Verflechtung: Marokko war 2024 mit 12,859 Milliarden Euro das drittwichtigste Zielland für spanische Exporte (nach den USA und Großbritannien) und mit 9,834 Milliarden Euro der viertgrößte Warenlieferant außerhalb der EU.
Zusätzlich zur Vertiefung der Partnerschaft im Rahmen der Regierungskonsultationen wird die gemeinsame Bewerbung mit Portugal für die Ausrichtung der FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 2030 als ein wichtiger Anreiz und eine vielversprechende Perspektive für die nahe Zukunft hervorgehoben.
Insgesamt spiegeln die zahlreichen Abkommen, von Sport und Bildung über Justiz bis hin zur nachhaltigen Mobilität, den gemeinsamen Wunsch Marokkos und Spaniens wider, ihre strategische Partnerschaft im Dienste der gemeinsamen Entwicklung und regionalen Stabilität auf eine neue Ebene zu heben.

