Während globale Märkte weiterhin mit Volatilität kämpfen, zeigen die jüngsten Daten der marokkanischen Statistikbehörde HCP eine bemerkenswerte Resilienz der heimischen Kaufkraft.
Rabat – Die wirtschaftliche Lage im Maghreb bleibt ein zentrales Thema für Investoren und Beobachter. Aktuelle Zahlen des Hohen Kommissariats für Planung (HCP) zum Verbraucherpreisindex (VPI) für Januar 2026 belegen, dass die Inflation in Marokko derzeit überschaubar bleibt. Zwar stieg der Gesamtindex im Vergleich zum Vormonat leicht um 0,3 % an, doch im Jahresvergleich ist sogar ein Rückgang des Preisniveaus um 0,8 % zu verzeichnen.
Differenzierte Entwicklung zwischen Nahrungsmitteln und Energie
Der moderate monatliche Zuwachs resultiert primär aus einer gegenläufigen Dynamik zweier Warengruppen. Während der Index für Nahrungsmittel um 0,8 % zulegte, sank der Bereich der Nicht-Nahrungsmittel um 0,1 %. Besonders deutlich zeigten sich Preissprünge bei Fisch und Meeresfrüchten mit einem Plus von 10,4 % sowie bei Gemüse mit 2,7 %.
Entlastung für die privaten Haushalte und die Logistikbranche kam hingegen von der Zapfsäule: Laut HCP sanken die Preise für Kraftstoffe im Januar um deutliche 5,9 %. Auch bei Grundnahrungsmitteln wie Ölen und Fetten war ein Preisrückgang von 3,1 % zu beobachten, was die punktuellen Steigerungen bei Frischwaren teilweise kompensierte.
Regionale Unterschiede und sinkende Kerninflation
Ein Blick auf die geografische Verteilung offenbart ein uneinheitliches Bild innerhalb des Königreichs. Den stärksten Anstieg des Preisindexes verzeichnete die Region Beni-Mellal mit 1,5 %, gefolgt von Settat und Al-Hoceima mit jeweils 0,7 %. Im Gegensatz dazu konnten Städte wie Dakhla (-0,3 %) und Tanger (-0,2 %) eine leichte Deflation registrieren.
Wirtschaftspolitisch von Bedeutung ist der Kerninflationsindikator, der volatile Güter und staatlich regulierte Preise ausschließt. Dieser blieb im Vergleich zum Vormonat stabil und sank gegenüber dem Vorjahr um 1,2 %. Dies deutet darauf hin, dass der grundlegende Preisdruck in der marokkanischen Wirtschaft gering bleibt. Für die Region Maghreb signalisieren diese Daten eine Phase relativer monetärer Stabilität, die sich deutlich von den zweistelligen Inflationsraten früherer Perioden abhebt.

