StartMarokkoMarokko – Rücküberweisungen der Auslandsmarokkaner steigen auf fast 40 Milliarden Dirham

Marokko – Rücküberweisungen der Auslandsmarokkaner steigen auf fast 40 Milliarden Dirham

Regulatorische Herausforderungen im europäischen Bankensektor

Die Geldtransfers der marokkanischen Diaspora verzeichnen im ersten Drittel des Jahres 2026 ein deutliches Wachstum. Die Überweisungen stabilisieren sich auf hohem Niveau und bleiben eine fundamentale Säule für die marokkanische Volkswirtschaft, während im Hintergrund Verhandlungen mit der EU über regulatorische Hürden laufen.

Rabat – Die Überweisungen der im Ausland lebenden Marokkaner (Marocains Résidant à l’Étranger – MRE) haben Ende April 2026 ein Gesamtvolumen von fast 39,98 Milliarden marokkanischen Dirham (MDH) erreicht. Dies gab das marokkanische Devisenamt (Office des Changes) in seinem jüngsten Bulletin zu den monatlichen Außenhandelsindikatoren bekannt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem sich die Rücküberweisungen auf 36,42 Milliarden MDH beliefen, entspricht dies einer Steigerung von 9,8 Prozent. Der absolute Zuwachs in den ersten vier Monaten des Jahres betrug damit rund 3,55 Milliarden MDH.

Der aktuelle Anstieg setzt den positiven Trend der vergangenen Jahre fort. Wie Daten des Devisenamtes zeigen, lagen die MRE-Transfers im Vergleichszeitraum von Januar bis April im Jahr 2022 noch bei 31,40 Milliarden MDH und stiegen über 35,97 Milliarden MDH (2023) sowie 37,28 Milliarden MDH (2024) kontinuierlich an.

Fundamentale Bedeutung für die Volkswirtschaft

Die marokkanische Diaspora stellt für das nordafrikanische Land eine existenzielle wirtschaftliche Stütze dar. Die MRE-Transfers gelten als wichtigste Devisenquelle des Königreichs – noch vor den Erlösen aus dem Tourismus, dem Automobilsektor oder dem Phosphatexport. MAGHREB-POST.de berichtete bereits darüber, dass sich diese Überweisungen im Gesamtjahr 2024 auf über 117,7 Milliarden MDH beliefen, was rund 7,7 Prozent des marokkanischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausmachte.

Regulatorische Herausforderungen im europäischen Bankensektor

Die kontinuierliche Sicherung dieser Finanzströme steht derzeit im Fokus der marokkanischen Finanzdiplomatie. Hintergrund ist eine verschärfte EU-Bankenregulierung aus dem Jahr 2024, die darauf abzielt, die Aktivitäten von Finanzinstituten aus Drittstaaten innerhalb der Europäischen Union einzuschränken. Da marokkanische Banken ein dichtes Filialnetz in mindestens sieben europäischen Ländern unterhalten, um die Transfers der Diaspora zu koordinieren, drohten rechtliche Hürden für den Erhalt dieser Bankverbindungen.

Um den reibungslosen Fluss der MRE-Milliarden nicht zu gefährden, verhandelt die marokkanische Zentralbank Bank Al-Maghrib (BAM) unter Gouverneur Abdellatif Jouahri über Sonderabkommen. Nach einer bereits im Juni 2025 erzielten bilateralen Einigung mit Frankreich – von wo aus mehr als 30 Prozent der Überweisungen getätigt werden – wartet das Königreich auf die finale Bestätigung der Europäischen Kommission. Diese Genehmigung gilt als Voraussetzung, um analoge Vereinbarungen mit weiteren europäischen Staaten wie Spanien, Deutschland oder Italien rechtssicher auszugestalten.

Marokko – Die MRE – Das neue „Goldene Kalb“

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