Nach dem Ende des Ramadan passt das Königreich seine Uhren wieder dem internationalen Standard an, während eine wachsende Bürgerbewegung die Beibehaltung der GMT fordert.
Rabat – Marokko kehrt zum gewohnten Zeitrhythmus zurück. Wie unter Verweis auf das geltende Dekret 2.18.855 angekündigt wurde, wird das Königreich am Sonntag, den 22. März 2026, um 2:00 Uhr morgens die Uhren um 60 Minuten vorstellen. Damit gilt landesweit wieder die Zeitzone GMT+1. Diese Umstellung markiert das Ende der Sonderregelung während des Fastenmonats Ramadan, für den Marokko am 15. Februar vorübergehend zur Greenwich-Mittelszeit (GMT) zurückgekehrt war.
Gesundheitliche und soziale Bedenken der Bevölkerung
Die erneute Umstellung auf GMT+1 stößt jedoch in weiten Teilen der Gesellschaft auf Widerstand. Laut Berichten von Le Site info hat eine Online-Petition bereits zehntausende Unterschriften gesammelt. Die Initiatoren fordern die Regierung auf, die dauerhafte Einführung der GMT+1 zu überdenken und dauerhaft zur „natürlichen“ Zeit (GMT) zurückzukehren.
Die Aktivisten argumentieren, dass die künstliche Zeitverschiebung den Biorhythmus der Bürger massiv störe. Dies habe direkte negative Auswirkungen auf die Schlafqualität sowie die psychische und physische Gesundheit. Insbesondere für Schüler und Studierende werde eine Minderung der Konzentrationsfähigkeit und der Lernleistungen beklagt, was langfristig die Bildungsqualität des Landes beeinträchtigen könnte.
Wirtschaftliche Effizienz gegen Lebensqualität
Neben gesundheitlichen Aspekten rückt die Petition auch die wirtschaftliche Produktivität in den Fokus. Die Umstellung führe bei Arbeitnehmern zu Effizienzverlusten, da der unnatürliche Tagesrhythmus die Leistungsfähigkeit mindere. Während die Regierung mit der Einführung von GMT+1 im Jahr 2018 primär Energieeinsparungen und eine bessere Synchronisation mit den europäischen Märkten anstrebte, betonen die Kritiker, dass ein stabiler, natürlicher Rhythmus die Grundvoraussetzung für ein ausgeglichenes Familienleben und soziale Stabilität sei.
Die aktuelle Dynamik zeigt, dass die Zeitfrage in Marokko längst über eine rein administrative Maßnahme hinausgeht. Für viele Bürger ist sie zu einer Debatte über die Priorisierung von wirtschaftlichen Interessen gegenüber der individuellen Lebensqualität geworden. Ob die Regierung auf den wachsenden Druck der Petenten reagiert, bleibt abzuwarten.

