Binnennachfrage und Investitionen stützen die Konjunktur, während die Exportdynamik im Sommer leicht nachlässt.
Rabat – Die marokkanische Volkswirtschaft setzt ihren Wachstumskurs fort, wenngleich sich das Tempo nach einer starken ersten Jahreshälfte leicht normalisiert. Nach Angaben der Hohen Kommission für Planung (HCP) stieg das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal 2025 um 4 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit bleibt die Dynamik positiv, liegt jedoch unter den Werten des ersten (+4,8 %) und zweiten Quartals (+5,5 %).
Verlangsamung der Industrieproduktion durch sinkende Nachfrage im Ausland
Dieser moderate Rückgang der Wachstumsrate ist primär auf eine schwächere externe Nachfrage zurückzuführen. Besonders die Sektoren Metallurgie, Elektronik und Textil verzeichneten im Sommer 2025 einen Rückgang der Aufträge aus dem Ausland. Laut dem aktuellen Wirtschaftsausblick des HCP wirkte der Außenhandel insgesamt dämpfend und entzog dem Gesamtwachstum rechnerisch 4,3 Prozentpunkte.
Stabilisierende Faktoren durch den Dienstleistungssektor und öffentliche Investitionen
Dem gegenüber stehen stabilisierende Kräfte im Inland. Während sich der private Konsum mit einem Plus von 3,9 % etwas langsamer entwickelte als zuvor, blieben die öffentlichen Investitionen in die Infrastruktur ein wesentlicher Pfeiler der Wirtschaft. Auch der Finanzsektor, Immobilien und die Landwirtschaft trugen dazu bei, die Gesamtaktivität über dem langfristigen Trendniveau zu halten.
Trotz eines gestiegenen Haushaltsdefizits zeigen die makroökonomischen Kennzahlen Anzeichen von Stabilität. Der Finanzierungsbedarf der Volkswirtschaft sank leicht auf 12,3 Milliarden Dirham. Für die kommenden Monate prognostiziert das HCP eine Fortsetzung dieser konsolidierten Entwicklung.

