StartMarokkoMarokko – Portugal unterstützt marokkanischen Autonomieplan für die Westsahara

Marokko – Portugal unterstützt marokkanischen Autonomieplan für die Westsahara

Ein weiterer außenpolitischer Erfolg für Rabat

Beim Besuch von Außenminister Nasser Bourita in Lissabon spricht sich Portugal klar für Marokkos Vorschlag zur Lösung des Sahara-Konflikts aus – ein weiterer diplomatischer Gewinn für Rabat in einem international sensiblen Dossier.

Lissabon – Beim offiziellen Besuch des marokkanischen Außenministers Nasser Bourita am heutigen 22. Juli 2025 in Lissabon hat die portugiesische Regierung in einer gemeinsamen Erklärung mit Nachdruck ihre Position zur Westsahara-Frage bekräftigt – und sich dabei klar auf die Seite Marokkos gestellt. Portugal unterstützt demnach „uneingeschränkt“ die marokkanische Autonomie-Initiative als „die ernsthafteste, glaubwürdigste und konstruktivste Grundlage“ zur Lösung des jahrzehntelangen Konflikts.

Diese Formulierung, die in der Diplomatie Gewicht hat, reiht Portugal ein in eine Gruppe europäischer Staaten – darunter Spanien, Frankreich und Deutschland – die ihre Haltung zunehmend an den Vorschlag Rabats annähern. Auch wenn keine formelle Anerkennung der marokkanischen Souveränität ausgesprochen wurde, stellt die Erklärung doch eine faktische Ablehnung eines Referendums über die Unabhängigkeit der Westsahara dar.

Wie die staatliche marokkanische Nachrichtenagentur MAP berichtet, erkenne Portugal die „Bedeutung dieses Themas für Marokko“ ausdrücklich an und würdige die „ernsthaften und glaubwürdigen Bemühungen des Königreichs im Rahmen der Vereinten Nationen“.

Langjährige Beziehungen als Basis für neue Akzente

Der Besuch fand anlässlich des 250. Jahrestags des historischen Friedensvertrags von 1774 sowie des 30-jährigen Bestehens des Freundschaftsvertrags von 1994 statt. Beide Seiten würdigten die historischen Verbindungen und kündigten an, die strategische Partnerschaft zu vertiefen.

Ein besonderes Augenmerk gilt der Umsetzung der Beschlüsse des hochrangigen Treffens von 2023. Die nächste Sitzung solle „so bald wie möglich“ folgen, erklärten beide Minister.

Afrika, Atlantik, Energie – alles gemeinsame Interessen

Über die Westsahara hinaus zeigt sich die marokkanisch-portugiesische Partnerschaft zunehmend strategisch. Portugal unterstützt ausdrücklich die atlantischen Initiativen von König Mohammed VI., insbesondere die Integration afrikanischer Staaten mit atlantischem Zugang, das Pipelineprojekt Nigeria–Marokko und den sogenannten „African Atlantic States Process“.

Außenminister Paulo Rangel bezeichnete Marokko in diesem Zusammenhang als „Motor der Entwicklung und Garant der Stabilität“ in Afrika. Diese Position unterstreicht die wachsende Rolle Marokkos als regionaler Akteur zwischen Europa, Westafrika und den Sahelstaaten.

Klimafreundliche Energie und wirtschaftliche Kooperation

Auch wirtschaftlich setzt man auf neue Impulse. Beide Länder betonten ihre Absicht, im Bereich grüner Wasserstoff zu kooperieren sowie den Ausbau der Stromnetze und maritimer Konnektivität voranzutreiben. Dabei soll insbesondere die Zusammenarbeit mit der EU auf „solider strategischer Grundlage“ intensiviert werden, insbesondere in den Bereichen Energie, Landwirtschaft und Fischerei.

Sportliche und kulturelle Signale

Ein weiterer gemeinsamer Schwerpunkt war die bevorstehende Fußball-WM 2030, die gemeinsam mit Spanien ausgerichtet wird. Beide Seiten sehen das Turnier nicht nur als sportliches, sondern auch als kulturelles Großereignis mit Potenzial zur Völkerverständigung. Ergänzt wird dies durch die Austragung des Weltforums der Allianz der Zivilisationen der UN in Portugal, das auf die neunte Ausgabe 2022 in Fès folgt.

Ein weiterer außenpolitischer Erfolg für Rabat

Die klare Unterstützung Portugals für den marokkanischen Autonomieplan in der Sahara-Frage ist der zentrale außenpolitische Erfolg dieses Treffens. Sie stärkt Marokkos Position auf internationaler Ebene und unterstreicht die wachsende Zahl von Staaten, die sich von früheren Neutralitätspositionen oder pro-Polisario-Haltungen abwenden.

Zugleich zeigt sich, dass Marokko und Portugal nicht nur historische Partner, sondern zunehmend auch geopolitische Verbündete in einer sich wandelnden Mittelmeer- und Atlantikregion sind.

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