Das Nationale Eisenbahnamt beschafft bis 2030 insgesamt 168 neue Züge für 29 Milliarden Dirham. Die Aufträge verteilen sich auf Schienenfahrzeughersteller aus Frankreich, Spanien und Südkorea.
Rabat – Marokko vergibt im Rahmen der Modernisierung seines Eisenbahnnetzes einen Großauftrag über die Anschaffung von 168 neuen Zügen. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf ca. 29 Milliarden marokkanische Dirham (rund 2,7 Milliarden Euro). Die Aufträge verteilen sich auf drei internationale Konzerne aus Frankreich, Spanien und Südkorea. Wie die marokkanische Tageszeitung Al Ahdath Al Maghribia berichtet, dient die Investition dem Ausbau des nationalen Schienennetzes bis zum Jahr 2030. MAGHREB-POST hatte bereits über die Einleitung des Ausschreibungsverfahrens durch das Nationale Eisenbahnamt (ONCF) berichtet.
Marokko – ONCF beschafft 168 neue Züge für 29 Milliarden MAD
Aufteilung der Aufträge auf Alstom, CAF und Hyundai Rotem
Die Vergabe der 168 Fahrzeuge gliedert sich nach den vorgesehenen Einsatzbereichen im Streckennetz:
- Alstom (Frankreich): Der französische Hersteller fertigt 18 Hochgeschwindigkeitszüge, die für die Erweiterung des Al-Boraq-Streckennetzes eingesetzt werden sollen.
- CAF (Spanien): Das spanische Unternehmen liefert 40 Intercity-Züge für den regelmäßigen Fern- und Mittelstreckenverkehr zwischen den Ballungsräumen.
- Hyundai Rotem (Südkorea): Der südkoreanische Konzern übernimmt mit 110 Zügen den größten Teil des Auftrags. Diese Einheiten sind für den Nahverkehr sowie den Aufbau eines neuen Regionalexpressnetzes (RER) in den Metropolregionen vorgesehen.
Infrastrukturausbau im Hinblick auf die Fußball-WM 2030
Die Anschaffung soll den veralteten Fuhrpark der ONCF ersetzen und die Passagierkapazitäten für die steigende Fahrgastnachfrage erhöhen. Neben der Erneuerung des Rollmaterials sieht der Gesamtplan der ONCF vor, die bestehende Hochgeschwindigkeitsstrecke über Kenitra hinaus bis nach Marrakech zu verlängern.
Die Investitionen stehen im Zusammenhang mit den Vorbereitungen auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2030, die Marokko gemeinsam mit Spanien und Portugal ausrichtet. Das Verkehrssystem soll bis dahin in der Lage sein, die veränderten Mobilitätsanforderungen während des Turniers zu bewältigen. Das Vorhaben fügt sich zudem in die Zielsetzungen des Neuen Entwicklungsmodells 2030 ein. Angaben zu konkreten Lieferterminen der ersten Zugtranchen wurden bislang nicht veröffentlicht.

