StartGesellschaftMarokko – Nach sechs Monaten Geiselhaft 4 LKW-Fahrer in Mali freigelassen

Marokko – Nach sechs Monaten Geiselhaft 4 LKW-Fahrer in Mali freigelassen

Keine Angaben zu weiteren Geiseln oder Forderungen

Koordinierte Geheimdienstarbeit zwischen Marokko und Mali führt zur Befreiung entführter Fahrer aus der Gewalt einer Terrorgruppe im Sahel

Bamako – Vier marokkanische LKW-Fahrer, die am 18. Januar 2025 im Nordosten Burkina Fasos entführt worden waren, sind nach mehr als einem halben Jahr am Abend des 3. August 2025 freigelassen worden. Das teilte die Regierung der Republik Mali in einer offiziellen Erklärung am 4. August mit. Die Fahrer seien laut Angaben der malischen Behörden unverletzt und befanden sich zuvor in der Gewalt der Terrorgruppe „Islamischer Staat in der Sahel-Provinz“ (ISSP), einem regionalen Ableger des sogenannten Islamischen Staates („Daesh“).

Entführung nahe der Grenze zu Niger

Die Entführung ereignete sich in einem besonders unsicheren Grenzgebiet zwischen Burkina Faso und Niger. Diese Region ist in den letzten Jahren wiederholt Schauplatz gewaltsamer Übergriffe dschihadistischer Gruppen gewesen, die gezielt auch zivile Ziele wie Transportunternehmen oder lokale Märkte angreifen. Über die genauen Umstände der Entführung und der anschließenden Gefangenschaft wurden bisher keine weiteren Details veröffentlicht.

Zusammenarbeit zwischen marokkanischem und malischem Geheimdienst

Die Freilassung der vier marokkanischen Fahrer wurde laut Mitteilung durch die enge Zusammenarbeit zwischen der Nationalen Agentur für Staatssicherheit Malis und der Generaldirektion für Studien und Dokumentation (DGED) (Teil des marokkanischen Auslandsgeheimdienst) in Marokko ermöglicht. In der Erklärung heißt es, beide Dienste hätten „seit den ersten Stunden der Entführung gemeinsam mit Entschlossenheit und Professionalität“ an der Aufklärung und Lösung des Falls gearbeitet.

Die malische Regierung informierte über die erfolgreiche Befreiung in einer Verlautbarung, die im staatlichen Fernsehen verlesen wurde. Eine aktive Rolle der Sicherheitsdienste wird betont, ohne jedoch Angaben zu einer etwaigen militärischen Operation oder zu Verhandlungen mit den Entführern zu machen.

Keine Angaben zu weiteren Geiseln oder Forderungen

Ob es im Zuge der Entführung Forderungen gab oder ob weitere Personen beteiligt waren, bleibt offen. Auch marokkanische Behörden haben sich bislang nicht öffentlich zu Einzelheiten geäußert. Die Tatsache, dass die Fahrer unverletzt freigelassen wurden, wird jedoch in offiziellen Kreisen als Erfolg gewertet.

Die Region des Sahel bleibt ein Brennpunkt von Instabilität, in dem zivile Opfer und grenzüberschreitende Entführungen weiterhin zum Alltag gehören. Die Freilassung unterstreicht zugleich die sicherheitspolitische Relevanz bilateraler Kooperationen zwischen nord- und westafrikanischen Staaten.

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