Angesichts veränderter Konsummuster reagiert das Innenministerium mit der umfassenden Stärkung von Hygienebehörden, um die Lebensmittelsicherheit und den Verbraucherschutz im Königreich zu erhöhen.
Rabat – Das marokkanische Innenministerium verfolgt ein umfassendes Programm zur Intensivierung der Qualitätskontrolle und Lebensmittelsicherheit. Innenminister Abdelouafi Laftit stellte dem Repräsentantenhaus dieses Programm vor, wie aus einem Bericht der marokkanischen Nachrichtenseite TelQuel hervorgeht. Der Plan reagiert auf wiederholt aufgekommene Gesundheitsskandale und eine veränderte Konsumgewohnheit.
Kernstück der Initiative ist die personelle Unterstützung der kommunalen Hygieneämter. Hierzu sind die Entsendung von 260 Ärzten, 130 Tierärzten, 260 Krankenschwestern und 260 Gesundheitstechnikern vorgesehen. Darüber hinaus umfasst die Initiative die Einstellung von 300 Inspektoren, wovon jährlich 100 neue Stellen seit 2023 geschaffen wurden, die den verschiedenen Präfekturen und Provinzen zugewiesen werden sollen.
Infrastruktur und Schulung als zentrale Säulen
Die personellen Maßnahmen werden durch Schulungs- und Infrastrukturprojekte flankiert. Laut Innenminister Laftit absolvieren derzeit 195 städtische Beamte im Rahmen einer 2024 mit dem Ministerium für Gesundheit und Sozialschutz geschlossenen Partnerschaftsvereinbarung eine Ausbildung an höheren Instituten für Krankenpflege und Gesundheitstechniken. Nach Abschluss ihrer Diplome sollen diese Fachkräfte in die städtischen Hygieneämter integriert werden.
Im Rahmen des Plans für den Zeitraum 2019 bis 2026 arbeitet das Innenministerium zudem an der Etablierung von 130 gemeinsamen kommunalen Hygieneämtern. Ziel dieser Maßnahme ist es, Lücken in jenen Gemeinden zu schließen, die bislang nicht über entsprechende Ausstattungen zur Gewährleistung der Lebensmittelkontrolle verfügen.
Anpassung an wirtschaftlichen und sozialen Wandel
Der Minister betonte, dass die Intensivierung dieser Programme eine notwendige Antwort auf die wirtschaftlichen und sozialen Transformationen Marokkos sei. Diese Veränderungen haben zu einer Zunahme von Betrieben geführt, die sich auf die Zubereitung, den Transport, die Lagerung und den Vertrieb von Lebensmitteln spezialisiert haben. Ebenso habe sich die Besucherfrequenz in Cafés, Restaurants und Schnellimbissen erhöht, was eine stärkere behördliche Präsenz erfordert.
Der Hauptzweck der Maßnahmen bestehe demnach darin, Verstöße gegen die Lebensmittelsicherheit und -hygiene zu überwachen und zu verfolgen, um Verbraucher effektiv vor Lebensmittelvergiftungen oder schweren Erkrankungen zu schützen. Die Erläuterungen des Innenministers erfolgte als Antwort auf eine schriftliche Anfrage des Abgeordneten Ahmed El Abbadi von der Partei für Fortschritt und Sozialismus zum Thema „Qualitätskontrolle und Lebensmittelsicherheit im öffentlichen Raum“. Als flankierende Maßnahme hob der Minister zudem die Veröffentlichung des Dekrets über Zulagen für Berufsrisiken für das Gesundheitspersonal bei den lokalen Behörden hervor, um dessen Status anzugleichen und die Motivation zu fördern.

