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Marokko – Kommission für Digitalisierung vereinbart und Verdopplung des Handels mit Indien angestrebt

KI-Sprachmodelle für Darija und Amazigh

Rabat und Neu-Delhi streben eine Verdopplung des bilateralen Handels auf acht Milliarden US-Dollar an und entwickeln KI-Sprachmodelle für marokkanische Verwaltungssprachen.

Rabat – Marokko und Indien haben am gestrigen Montag in Rabat mehrere Schritte zur Vertiefung ihrer wirtschaftlichen und technologischen Beziehungen vereinbart. Im Zentrum der 7. Sitzung der Gemeinsamen Kommission Marokko-Indien standen konkrete Handelsziele sowie eine neue Partnerschaft im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) und digitalen Infrastruktur.

Handelsvolumen soll acht Milliarden Dollar erreichen

Der indische Staatsminister für Handel, Industrie sowie Elektronik und Informationstechnologie, Jitin Prasada, schlug vor, das bilaterale Handelsvolumen in den kommenden fünf Jahren von derzeit rund vier Milliarden US-Dollar zu verdoppeln. Im Zeitraum 2025–2026 beliefen sich die indischen Exporte nach Marokko auf knapp 1,6 Milliarden US-Dollar, während Marokko Waren im Wert von rund 2,89 Milliarden US-Dollar nach Indien ausführte.

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Der marokkanische Staatssekretär für Außenhandel, Omar Hejira, verwies auf die geografische Lage Marokkos sowie bestehende Freihandelsabkommen, die indischen Unternehmen Zugang zu afrikanischen und europäischen Märkten böten. Zur Umsetzung des Handelsziels regte Prasada die Einrichtung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe an, die auch die Möglichkeit eines Präferenzhandelsabkommens prüfen soll. Neben dem Ausbau der Partnerschaft im Düngemittelsektor wurden Kooperationen in der Automobilbranche, der Elektrotechnik, bei erneuerbaren Energien sowie bei Infrastrukturprojekten im Straßen-, Schienen- und Wassersektor genannt.

Schon seit einiger Zeit kooperieren beide Länder im Bereich Rüstungsgüter. Der indische Konzern Tata wird zukünftige gepanzerte Fahrzeuge für Marokko produzieren, teilweise in dem nordafrikanischen Königreich selbst.

KI-Sprachmodelle für Darija und Amazigh

In einer separaten Verhandlungsrunde verständigten sich Jitin Prasada und die marokkanische Ministerin für den digitalen Wandel und die Verwaltungsreform, Amal El Fallah Seghrouchni, auf die Einrichtung einer gemeinsamen Kommission für Sprachen und digitale Technologien. Ein Schwerpunkt liegt auf sogenannten „kleinen Sprachmodellen“ (Small Language Models, SLM).

Ziel ist es, die Dialektsprache Darija und die Amazigh-Sprache über das „Al-Jazari-Institut“ in das staatliche Verwaltungsportal Idarati (idarati.ma) einzubinden, um Bürgern die Interaktion mit Behörden zu erleichtern. Indien, das über digitale Anwendungen zur Unterstützung von 28 Sprachen verfügt, bringt hierbei technologische Erfahrung ein. Das Treffen knüpfte an Gespräche an, die im Februar 2026 am Rande des „AI Impact Summit“ in Neu-Delhi geführt worden waren.

Bereits im Mai 2026 hatte MAGHREB-POST über die Entwicklung der Beziehungen zwischen beiden Staaten berichtet. Als nächster konkreter Schritt lud die indische Seite eine marokkanische Delegation zum Partnership Summit 2026 ein, der am 12. und 13. November in Visakhapatnam stattfinden soll.

Marokko – Die stille Allianz mit Indien als Gegengewicht zu traditionellen Partnerschaften Maghreb-Post

 

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