StartGesellschaftMarokko – König Mohammed VI. beauftragt Fatwa zu Zakat-Regeln

Marokko – König Mohammed VI. beauftragt Fatwa zu Zakat-Regeln

Offene Fragen im aktuellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kontext sollen geklärt werden.

Der Hohe Rat der Ulema soll innerhalb eines Monats eine umfassende Stellungnahme zu Fragen rund um die islamische Pflichtabgabe erarbeiten. Im Fokus stehen moderne Einkommensformen und die gesellschaftliche Bedeutung der Zakat.

RabatKönig Mohammed VI., in seiner Rolle als Amir Al-Mouminine (Anführer der Gläubigen), hat den Obersten Rat der Ulema (Religionsgemeinschaft) angewiesen, eine umfassende Fatwa (islamisches Rechtsgutachtet) zur Zakat (Abgabe) zu erlassen. Dies geht aus einer Mitteilung des Rates vom 5. September 2025 hervor.

Die Fatwa soll bestehende Fragen zu den Regeln der islamischen Pflichtabgabe klären, insbesondere in Bezug auf neue Formen von Einkommen und Investitionen. Ziel sei es, mehr Rechtssicherheit und Transparenz für Bürgerinnen und Bürger zu schaffen.

Inhaltliche Schwerpunkte

Laut der Erklärung soll das wissenschaftliche Gremium des Rates prüfen, wie Zakat im Zusammenhang mit Gehältern, Dienstleistungen, Investitionen und modernen Finanztransaktionen angewandt wird. Dazu gehören auch Fragen zu Mindestgrenzen (Nisab), Beträgen und Zahlungsfristen.

Die Stellungnahme wird innerhalb eines Monats erwartet. Im Anschluss soll eine spezielle Website eingerichtet werden, auf der Bürger Fragen stellen und Antworten zu Zakat-relevanten Themen erhalten können.

Was bedeutet Zakat?

Zakat gehört zu den fünf Säulen des Islam und ist eine verpflichtende Abgabe für alle Muslime, die über ein bestimmtes Mindestvermögen verfügen. In der Regel werden 2,5 Prozent des angesparten Vermögens nach Abzug des Grundbedarfs entrichtet. Diese Mittel dienen der Unterstützung Bedürftiger und der Förderung sozialer Gerechtigkeit.

Die Pflicht zur Zakat wird im Koran mehrfach betont. In Sure 2, Vers 43 heißt es: „Verrichtet das Gebet und entrichtet die Zakat und verneigt euch mit den sich Verneigenden.“
Darüber hinaus benennt Sure 9, Vers 60 die Empfängergruppen: Arme, Bedürftige, diejenigen, die mit der Verwaltung der Zakat betraut sind, Menschen, deren Herzen gewonnen werden sollen, Sklaven, Verschuldete, den Einsatz auf dem Weg Gottes sowie Reisende (ibn as-sabil).

Diese Bestimmungen verdeutlichen, dass Zakat nicht nur eine religiöse Pflicht, sondern auch ein Instrument des sozialen Ausgleichs ist.

Bedeutung im heutigen Kontext

Die Anweisung des Königs reflektiert aktuelle Fragen im Spannungsfeld zwischen Religion und moderner Wirtschaft. Viele Bürger wollen wissen, wie Zakat auf Einkünfte wie Gehälter, Kapitalerträge oder Dienstleistungen angewendet werden soll.

Die geplante Fatwa soll daher sowohl religiöse Klarheit schaffen als auch den gesellschaftlichen Stellenwert der Zakat als solidarisches System stärken. Damit fügt sich die Initiative in eine breitere Strategie ein, die religiöse Prinzipien mit den Anforderungen eines modernen Wirtschaftslebens in Einklang bringen will.

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