Der aktuelle Bericht der nationalen Planungsbehörde HCP zeigt eine moderate Preisentwicklung (Inflation) im Jahr 2025 u. Entlastungen die privaten Haushalte.
Rabat – Die marokkanische Wirtschaft verzeichnete zum Abschluss des Jahres 2025 eine bemerkenswerte Preisstabilität. Wie aus den aktuellen Daten des Hohen Kommissariats für Planung (HCP) hervorgeht, stieg der durchschnittliche jährliche Verbraucherpreisindex (VPI) im Vergleich zum Vorjahr 2024 lediglich um 0,8 %. Diese Entwicklung signalisiert eine deutliche Beruhigung der Teuerungsrate / Inflation, nachdem globale Lieferkettenschwierigkeiten und volatile Rohstoffmärkte in den Vorjahren auch die Maghreb-Region unter Druck gesetzt hatten.
Differenzierte Preisentwicklung bei Nahrungsmitteln und Kraftstoffen
Trotz der insgesamt moderaten Teuerung zeigt die Analyse der HCP-Daten eine heterogene Struktur innerhalb der Warenkörbe. Im Bereich der Nahrungsmittel standen deutliche Preisrückgänge bei essenziellen Gütern wie Ölen und Fetten (minus 3,9 %) sowie Obst (minus 2,8 %) signifikanten Steigerungen bei Fisch und Meeresfrüchten (plus 3,3 %) sowie Gemüse (plus 2,8 %) gegenüber.
Interessant für die konjunkturelle Einordnung ist zudem der Bereich der Nicht-Nahrungsmittel. Während die Preise für Kraftstoffe leicht sanken, verzeichnete der Sektor Gastronomie und Hotellerie einen Anstieg von 3,3 %. Dies deutet auf eine robuste Binnennachfrage und einen vitalen Tourismussektor hin, der trotz allgemeiner Preisstabilität seine Margen behaupten konnte.
Regionale Unterschiede prägen das Inflationsbild
Ein Blick auf die geografische Verteilung offenbart, dass die Inflation innerhalb des Königreichs nicht einheitlich verläuft. Die Stadt Fès führt die Statistik mit einem Anstieg von 1,7 % an, gefolgt von Kenitra mit 1,3 %. Im Gegensatz dazu blieb die Teuerung in touristischen Zentren wie Marrakech mit lediglich 0,2 % fast stagnierend.
Stabilität des Kerninflationsindikators
Besonders aussagekräftig für Ökonomen ist der Kerninflationsindikator, der volatile Produkte wie frische Lebensmittel und staatlich regulierte Preise ausschließt. Auch dieser Wert stieg im Jahresvergleich um 0,8 %. Diese Übereinstimmung mit dem allgemeinen VPI unterstreicht, dass der aktuelle Preisdruck in Marokko nicht auf kurzfristige Schocks zurückzuführen ist, sondern auf einer breiten, aber kontrollierten wirtschaftlichen Basis steht. Für Investoren und Verbraucher in der Maghreb-Region bietet diese statistische Gewissheit eine verlässliche Grundlage für die Finanzplanung des kommenden Jahres.

