StartMarokkoMarokko – Europäische Union finanziert Wasserprogramm mit 348 Millionen Euro

Marokko – Europäische Union finanziert Wasserprogramm mit 348 Millionen Euro

Fokus auf ländliche Räume und Klimaresilienz

Mit Millionenhilfen unterstützen die EU und europäische Partner den marokkanischen Wasserplan, um die ländliche Trinkwasserversorgung und die Landwirtschaft zu sichern.

Rabat – Angesichts anhaltender Dürreperioden und zunehmender Wasserknappheit erhält Marokko finanzielle Unterstützung aus Europa. Das marokkanische Ministerium für Ausrüstung und Wasser hat am Dienstag, den 2. Juni 2026, in Rabat ein Finanzierungsabkommen über 348 Millionen Euro (knapp 3,7 Milliarden Dirham) unterzeichnet. Die auf drei Jahre angelegte Förderung soll die Umsetzung des marokkanischen Nationalen Wasserplans (PNE) sowie das Nationale Trinkwasserversorgungs- und Bewässerungsprogramm (PNAEPI) beschleunigen.

An der Unterzeichnung im Hauptsitz des Ministeriums nahmen der marokkanische Minister für Ausrüstung und Wasser, Nizar Baraka, sowie die Botschafter der Europäischen Union, Frankreichs, Deutschlands und Italiens teil. Das Programm basiert auf dem „Team Europe“-Ansatz und setzt sich aus Zuschüssen der EU in Höhe von 48 Millionen Euro (514,4 Millionen Dirham) und zinsgünstigen Darlehen europäischer Finanzinstitutionen im Wert von rund 300 Millionen Euro (3,2 Milliarden Dirham) zusammen. Zu den Geldgebern gehören die französische Entwicklungsagentur (AFD) als federführende Institution, die deutsche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und die italienische Cassa Depositi e Prestiti (CDP).

Fokus auf ländliche Räume und Klimaresilienz

Laut dem EU-Botschafter in Marokko, Dimiter Tzantchev, werden die Mittel vorrangig für die Trinkwasserversorgung und die landwirtschaftliche Bewässerung in ländlichen Gebieten eingesetzt. Die EU messe dem Thema Wasser im Kontext des Klimawandels höchste Priorität bei. Das Vorhaben knüpft an ein im November 2024 geschlossenes Abkommen zwischen König Mohammed VI. und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron an und steht im Einklang mit der „Grünen Partnerschaft Marokko-EU“ von 2022 sowie dem im November 2025 verabschiedeten „Pakt für das Mittelmeer“.

Das Programm konzentriert sich auf vier Kernbereiche:

  • Die Verbesserung des Wissens über die Wasserressourcen unter dem Einfluss des Klimawandels.
  • Das Management von Extremereignissen wie Dürren und Überschwemmungen.
  • Den Schutz des Grundwassers.
  • Den Kapazitätsaufbau bei den zuständigen marokkanischen Institutionen.

Eine zusätzliche technische Unterstützung soll zudem den Erfahrungsaustausch zwischen den europäischen und marokkanischen Partnern fördern.

Ausbau der Meerwasserentsalzung geplant

Zwischen 2017 und 2025 war Marokko von wiederholten Dürreperioden betroffen, die den Druck auf die Wasserreserven des Landes erheblich erhöht haben. Minister Nizar Baraka betonte während der Zeremonie die Bedeutung der nationalen Wasserstrategie. Aktuell stütze sich das Land auf 26 in Betrieb befindliche Staudämme, mit denen rund 1,5 Millionen Hektar Land bewirtschaftet werden. Kurzfristig plane Marokko jedoch, rund 60 Prozent seiner Trinkwasserversorgung über Meerwasserentsalzer zu gewinnen. Das Ministerium werde bei der Umsetzung des neuen Unterstützungsprogramms auf eine effiziente Steuerung und ergebnisorientierte Kriterien achten.

Der deutsche Botschafter, der vor dem Abschluss seiner Mission in Marokko steht, hob die Zusammenarbeit im Bereich der Wasserwirtschaft über die KfW hervor. Die weitere Entwicklung des Programms und die konkrete Verteilung der Mittel auf die ländlichen Regionen werden die marokkanischen Behörden in den kommenden Monaten steuern.

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