Souveräner Sieg und sichere Qualifikation – Die Nationalmannschaft qualifiziert sich nach einem 5:0 gegen Niger für die Weltmeisterschaft 2026. Das Spiel markierte zugleich die Einweihung des umgebauten Stadions Moulay-Abdellah in Rabat.
Rabat – Die marokkanische Fußballnationalmannschaft der Männer, die Atlas Lions, hat sich frühzeitig für die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 in Kanada, Mexiko und den USA qualifiziert. Im Rahmen der afrikanischen Qualifikation setzte sich das Team am gestrigen späten Freitagabend im Prince-Moulay-Abdellah-Stadion in Rabat klar mit 5:0 gegen Niger durch. Dabei dominierte die Mannschaft von Nationaltrainer Walid Regragui von Beginn an und bestätigte mit ihrem sechsten Sieg im sechsten Spiel die Tabellenführung in Gruppe E mit 18 Punkten.
Das Spiel war nicht nur sportlich von Bedeutung. Es bot auch den Rahmen für die erste große Bewährungsprobe des neu gestalteten Moulay-Abdellah-Stadions in Rabat, das erst am Vortag feierlich eingeweiht worden war.
Ein Abend zwischen Fußballfest und Infrastrukturpolitik
Die Stimmung im Stadion war ausgelassen. Nach marokkanischen Medienberichten strömten bereits am Nachmittag Tausende von Fans in die Arena, die das Spiel in ein „wahres Volksfest“ verwandelten. Gesänge, Fahnen und Choreografien auf den Rängen schufen eine Kulisse, die den sportlichen Erfolg begleiteten.
Die Partie selbst wurde von Schlüsselmomenten geprägt: Ismael Saibari, Offensivspieler des PSV Eindhoven, erzielte das erste Tor in der 29. Minute und schrieb damit zugleich Stadiongeschichte als erster Torschütze in der neu eröffneten Arena. In der 38. Spielminuter traf er nochmals und wurde an diesem Tag zum Doppeltorschützen. Weitere Treffer folgten von Ayoub El Kaabi (51. Minute), Hamza Igamane (69.) und Azzedine Ounahi (84.).
Mit dem klaren Ergebnis löste Marokko zwei Spieltage vor Abschluss der Qualifikationsrunde endgültig das Ticket für die Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko – die siebte WM-Teilnahme des Landes insgesamt und die dritte in Folge.
Stadion als Symbol für Ambitionen
Das Prince-Moulay-Abdellah-Stadion war am 4. September, also nur einen Tag zuvor, von Kronprinz Moulay El Hassan eingeweiht worden. Laut MAP wurde die Anlage vollständig umgebaut, um den Anforderungen internationaler Wettbewerbe wie dem Afrika-Cup 2025 in Marokko und der Fußball-WM 2030 zu entsprechen, an deren Ausrichtung Marokko gemeinsam mit Portugal und Spanien beteiligt ist.
Mit einer Kapazität von 68.700 Plätzen, modernen Hospitality-Bereichen und einem hybriden Rasen – der ersten Spielfläche dieser Art in Afrika – soll das Stadion nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich und infrastrukturell Maßstäbe setzen. Es ist Teil einer breiteren Strategie, mit der Marokko seine Position als Austragungsort internationaler Sportereignisse festigen will.
Zwischen Afrika-Cup und Weltmeisterschaft
Der sportliche Erfolg gegen Niger stärkt die Erwartungen an die Atlas Lions, die sich in den vergangenen Jahren international etabliert haben. Mit Blick auf den Afrika-Cup 2025 im eigenen Land steht die Mannschaft nun unter besonderer Beobachtung. Nach Sportberichterstattern sei die CAF AM eine „einmalige Gelegenheit“, sportlich an die jüngsten Erfolge anzuknüpfen und einen zweiten kontinentalen Titel zu erringen.
Gleichzeitig zeigt die Einweihung des neuen Stadions, wie eng sportliche Leistungen und politische Infrastrukturprojekte in Marokko miteinander verbunden sind. Die Kombination aus sportlichem Triumph und moderner Stadionarchitektur macht den Sieg gegen Niger damit zu mehr als nur einem Fußballspiel – es war ein Signal für die Ambitionen des Landes auf und neben dem Spielfeld.


