Strategischer Ausbau der Flughafeninfrastruktur in Casablanca, Marrakech, Agadir, Tanger und Fez – Vorbereitung auf Wachstum im Luftverkehr und Mega-Event 2030
Rabat – Marokko plant bis 2030 Investitionen in Höhe von 38 Milliarden marokkanischen Dirham MAD (umgerechnet rund 3,5 Milliarden Euro) in die nationale Flughafeninfrastruktur. Wie die staatliche Nachrichtenagentur MAP berichtet, wurde eine entsprechende Vereinbarung am 25. Juli 2025 in Rabat von der Regierung und der marokkanischen Flughafenbehörde ONDA unterzeichnet. Die Maßnahme gilt als zentrales Infrastrukturprojekt zur Vorbereitung auf das erwartete Wachstum im Luftverkehrs- und Tourismussektor sowie zur strategischen Positionierung im Vorfeld der FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 2030 (FIFA-WM 2030), die Marokko gemeinsam mit Spanien und Portugal ausrichten wird.
Ausbau zentraler Flughäfen und neues Hub-Terminal in Casablanca
Konkret umfasst das Investitionsprogramm den Ausbau der Flughäfen in Marrakech, Agadir, Tanger und Fez sowie den Bau eines neuen internationalen Hub-Terminals und einer zusätzlichen Start- und Landebahn am Flughafen Mohammed V in Casablanca. Laut der offiziellen Mitteilung entfallen auf diese Maßnahmen rund 25 Milliarden Dirham. Weitere 13 Milliarden Dirham sind für Instandhaltung, Modernisierung und den Erwerb strategischer Grundstücke eingeplant. Ziel ist eine höhere Kapazität, Effizienz und Resilienz des gesamten Flughafennetzwerks.
Die Initiative folgt der nationalen Strategie „Airport 2030“, mit der Marokko ein modernes, nachhaltiges und belastbares Flughafenmodell etablieren will. Die geplanten Maßnahmen sind eng verknüpft mit der Wachstumsstrategie der staatlichen Fluggesellschaft Royal Air Maroc, die künftig stärker als regionales Drehkreuz im internationalen Luftverkehr fungieren soll.
Regierung betont wirtschaftliche und geopolitische Bedeutung
Marokkos Regierungschef Aziz Akhannouch erklärte laut MAP, dass die Vereinbarung „Teil der umfassenden Entwicklungsstrategie“ sei und dem Ziel diene, Marokko zu einem leistungsfähigen regionalen Luftverkehrsknotenpunkt zu machen. Gleichzeitig solle sie die Grundlage für ein Verkehrsnetz bilden, das „dem wirtschaftlichen Wachstum, der territorialen Integration und der sozialen Eingliederung“ diene.
Die Vereinbarung wurde unterzeichnet vom Minister für Tourismus, Handwerk sowie Sozial- und Solidarwirtschaft, dem Verkehrsminister, dem Ministerdelegierten für den Haushalt, dem ONDA-Generaldirektor sowie dem Leiter der Nationalen Agentur für strategisches Management staatlicher Beteiligungen.
Tourismus im Aufschwung, FIFA – Weltmeisterschaft als Katalysator
Marokkos Flughafenoffensive erfolgt in einem breiteren wirtschaftlichen und geopolitischen Kontext: Der Tourismus hat sich nach der Pandemie deutlich erholt und gehört zu den dynamischsten Sektoren der marokkanischen Wirtschaft. Laut früheren Regierungsangaben strebt das Land an, in den kommenden Jahren zweistelliges Wachstum bei internationalen Besucherzahlen zu erzielen – insbesondere durch strategische Infrastrukturmaßnahmen und internationale Sportgroßereignisse.
Ein zentrales Ereignis ist dabei die FIFA-Fußballweltmeisterschaft 2030, die Marokko erstmals gemeinsam mit Spanien und Portugal ausrichten wird. Das Land rechnet mit einem erheblichen Zuwachs an internationalen Flügen und Besucherströmen – nicht nur während des Turniers, sondern bereits in den Jahren davor. Der Ausbau der Flughäfen gilt daher als Voraussetzung, um logistische Herausforderungen zu bewältigen und gleichzeitig das globale Image als attraktives Reiseland und wirtschaftlicher Knotenpunkt weiter zu stärken.

