Belarus will Algerien als strategisches Tor für den Export nach Afrika etablieren und drängt auf eine deutliche Steigerung des Warenaustauschs in Schlüsselbranchen.
Algier – Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko, ein enger Vertrauter und Unterstützer des russischen Präsidenten Putin, stattete Algerien am 2. und 3. Dezember 2025 einen offiziellen Besuch ab. Dies stellt den ersten Besuch auf höchster Ebene in der Geschichte der bilateralen Beziehungen dar, wie die algerische staatliche Nachrichtenagentur APS bestätigte. Der Visite ging eine intensive Phase diplomatischer und wirtschaftlicher Konsultationen voraus, in der bereits die Ausweitung der rechtlichen und vertraglichen Zusammenarbeit in Bereichen wie Industrie, Landwirtschaft und Bildung thematisiert wurde. Politisch wird die Interaktion zwischen Minsk und Algier, laut dem belarussischen Außenministerium, als hoch eingeschätzt und basiere auf gemeinsamen Positionen zu internationalen Kernfragen.
Fokus auf Handelsausweitung und Investitionen
Der zentrale Antrieb des Besuchs liegt in der Stärkung der Wirtschaftsbeziehungen. Präsident Lukaschenko betonte die Notwendigkeit, den aktuellen bilateralen Warenumsatz, der 2024 bei fast 49 Millionen US-Dollar für belarussische Exporte nach Algerien lag, signifikant zu steigern. Er sah diesen Betrag als unzureichend für das vorhandene Kooperationspotenzial an (Quelle: BelTA). Im Rahmen eines Wirtschaftsforums Belarus-Algerien in Algier wurde der Grundstein für engere Geschäftskontakte gelegt.
Maschinenbau und Agrartechnologie als Kernbereiche
Belarus bietet seine Expertise und Produkte insbesondere im Maschinenbau sowie in der Landwirtschaft an. Präsident Lukaschenko erklärte, sein Land sei bereit, Wissen zu teilen und algerische Fachkräfte auszubilden, um die belarussische Technologie – etwa Landmaschinen und kommunale Ausrüstung – vor Ort zu beherrschen. Ein Fokus liegt auf der Mechanisierung der algerischen Landwirtschaft, insbesondere im Kontext großer Projekte zur Erschließung neuer Ackerflächen. Algier soll für Minsk darüber hinaus als strategischer Hub dienen, um belarussische Waren weiter auf dem afrikanischen Kontinent zu vertreiben. Präsident Lukaschenko lud algerische Experten zu Besuchen in Belarus ein, um das dortige Potenzial umfassend kennenzulernen.

