Casablanca statt Conakry – Die Begegnung findet in Marokkos größter Stadt statt, da Guinea nicht über Stadien verfügt, die den Anforderungen von CAF und FIFA entsprechen.
Casablanca – Algeriens Fußballnationalmannschaft ist an diesem Wochenende in das benachbarte Königreich Marokko gereist. Am heutigen Montag (17:00 Uhr Ortszeit) trifft die algerische Fußballnationalmannschaft in Casablanca auf Guinea. Es ist der 8. Spieltag der Gruppe G in der afrikanischen Qualifikation für die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 in Kanada, Mexico und den USA. Austragungsort für dieses wichtige Spiel in dieser Gruppe ist nicht Guineas Hauptstadt Conakry, sondern Marokkos Wirtschaftsmetropole, da Guinea keine Sportinfrastruktur bereitstellen kann, die den Anforderungen des afrikanischen Fußballverbands CAF und der FIFA genügt.
Eine zusätzliche politische Note erhält das Spiel dadurch, dass Algerien und Marokko seit 2021 keine diplomatischen Beziehungen unterhalten und es eigentlich keine direkten Flugverbindungen zwischen beiden Ländern gibt und Algerien sogar den eigenen Luftraum für Flugzeuge aus dem Nachbarland gesperrt hat.
Algerien klar in Führung
Algerien führt die Tabelle der Gruppe G mit 18 Punkten aus sieben Spielen an. Mit einem Sieg gegen Guinea könnten die sog. „Grünen“ den Gruppensieg und damit die direkte Qualifikation für die WM in den USA, Kanada und Mexiko endgültig sichern.
Guinea, derzeit mit 10 Punkten auf Rang drei, hat nach dem 3:0-Erfolg gegen Somalia seine Chancen gewahrt. Algeriens Trainer Vladimir Petkovic warnte dennoch vor Selbstzufriedenheit: „Wir müssen dieses Spiel mit größter Ernsthaftigkeit angehen. Guinea ist nach wie vor eine gute Mannschaft und sehr motiviert“ zitiert in die algerische staatliche Nachrichtenagentur APS.
Personelle Herausforderungen für die „Grünen“
Trainer Petkovic muss gegen Guinea auf zwei Leistungsträger verzichten: Stürmer Baghdad Bounedjah und Abwehrspieler Rami Bensebaini sind gesperrt. Gleichzeitig kehrt Verteidiger Jaouen Hadjam ins Team zurück, nachdem er gegen Botswana geschont wurde.
Der Coach verwies auf Schwächen in der Defensive beim jüngsten 3:1-Heimsieg gegen Botswana: „Wir haben gelitten, vor allem in der Abstimmung. Die Mannschaft muss schnell aus ihren Fehlern lernen“. Für Algerien gilt es, die Effizienz im Strafraum zu erhöhen und gleichzeitig die Defensive zu stabilisieren.
Guinea bleibt im Rennen
Auch Guinea hat mit Blick auf die Tabelle noch Chancen. Mit einem Sieg gegen Algerien könnte das Team seine Ausgangslage für die letzten beiden Spieltage verbessern. Für beide Mannschaften ist das Spiel in Casablanca daher von entscheidender Bedeutung.
Neben dieser Partie finden am Montag die weiteren Begegnungen der Gruppe statt: Uganda gegen Somalia und Mosambik gegen Botswana.
Bedeutung über das Ergebnis hinaus
Das Duell geht über den sportlichen Wettbewerb hinaus. Für Algerien wäre die frühzeitige Qualifikation ein wichtiger Schritt nach der verpassten WM 2022 und Teil einer breiteren Strategie, den nationalen Fußball neu zu positionieren. Guinea wiederum kämpft nicht nur um Punkte, sondern auch darum, trotz infrastruktureller Defizite international sichtbar zu bleiben.

