Die marokkanische Polizei hat in Nador zwei junge Männer festgenommen. Sie sollen über WhatsApp und soziale Netzwerke zu illegalen Grenzübertritten nach Melilla aufgerufen und entsprechende Aktivitäten unterstützt haben.
Nador/Melilla – Die marokkanischen Sicherheitsbehörden gehen gegen digitale Aktivitäten vor, die nach ihren Angaben irreguläre Migration nach Melilla fördern sollen. In Nador wurden zwei junge Männer festgenommen, denen vorgeworfen wird, Seiten, Konten und Gruppen in sozialen Netzwerken sowie auf WhatsApp betrieben zu haben, über die zu Grenzübertritten nach Melilla aufgerufen worden sei.
Die Ermittlungen wurden nach Informationen der Abteilung für Cyberkriminalität der Generaldirektion für Nationale Sicherheit (DGSN) eingeleitet. Nach Angaben der marokkanischen Behörden richteten sie sich gegen digitale Plattformen, die mutmaßlich zur Organisation von Migrationsversuchen in Richtung Melilla genutzt wurden.
Unter den Festgenommenen befindet sich demnach ein 18-jähriger Mann aus Nador. Er soll vor seiner Festnahme mehrere Gruppen auf WhatsApp und anderen digitalen Plattformen verwaltet haben. Die Vorwürfe sind Gegenstand laufender Ermittlungen.
Ermittlungen gegen weitere Beteiligte laufen
Nach Abschluss der ersten rechtlichen Maßnahmen wurde der 18-Jährige der zuständigen Staatsanwaltschaft vorgeführt. Diese habe seine Inhaftierung im Gefängnis von Selouane bis zur weiteren Aufklärung des Falls angeordnet, berichtet Yabiladi unter Berufung auf die zuständigen Behörden.
Die Ermittler versuchen zugleich, weitere Personen zu identifizieren, die an den Aktivitäten beteiligt gewesen sein könnten. Dabei soll insbesondere geklärt werden, welche konkrete Rolle die einzelnen Verdächtigen bei der Verbreitung der Aufrufe oder bei der Organisation möglicher Grenzübertritte gespielt haben.
Die Sicherheitsbehörden haben nach eigenen Angaben zudem die Überwachung von Online-Inhalten verstärkt, die zu irregulärer Migration oder zum Überqueren der Grenzanlagen zwischen Nador und Melilla aufrufen.
Der Fall steht damit im Zusammenhang mit den wiederholten Versuchen, über die Landgrenze in die spanische Exklave Melilla zu gelangen. Für die nun festgenommenen Männer gilt bis zum Abschluss der Ermittlungen die Unschuldsvermutung. Weitere Einzelheiten zu möglichen Anklagen oder zu zusätzlichen Festnahmen liegen bislang nicht vor.

