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Marokko – Neue Strategie gegen steigende Unfallzahlen auf den Straßen

Fünf Säulen für mehr Sicherheit und digitale Überwachung

Angesichts alarmierender Statistiken mobilisiert das Königreich zusätzliche Ressourcen für eine umfassende Reform der Verkehrssicherheit bis zum Jahr 2030.

Rabat – In Marokko steht das Thema Verkehrssicherheit derzeit unter einem besonderen Handlungsdruck. Am Dienstag, den 6. Januar 2026, kam in der Hauptstadt Rabat der Ständige Ausschuss für Straßenverkehrssicherheit (CPSR) zusammen, um über eine drastische Trendwende zu beraten. Hintergrund der Sitzung unter der Leitung des Ministers für Transport und Logistik, Abdessamad Kayouh, ist die Vorstellung einer neuen nationalen Strategie für den Zeitraum 2026 bis 2030.

Steigende Opferzahlen erfordern ein Umsteuern der bisherigen Politik

Die Dringlichkeit des neuen Aktionsplans wird durch aktuelle Daten untermauert, die der Minister während des Treffens präsentierte. Nach Angaben von Kayouh verzeichneten die vorläufigen Statistiken für die ersten elf Monate des Jahres 2025 einen signifikanten Anstieg der Unfallfolgen. Die Zahl der Verkehrstoten stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 25,7 % auf insgesamt 4.160 Personen. Ebenfalls besorgniserregend ist die Entwicklung bei den Schwerverletzten, deren Zahl um 13,5 % auf 9.560 Opfer zunahm.

Dieser Aufwärtstrend markiert einen Rückschlag für die ursprünglichen Ziele der ersten Phase der Nationalen Strategie für Straßenverkehrssicherheit (SNRS) 2017–2021 bzw. deren Fortführung bis 2025. Die Verantwortlichen sehen sich nun gezwungen, die bestehenden Mechanismen grundlegend zu evaluieren und an internationale Standards sowie die Realitäten vor Ort anzupassen.

Fünf Säulen für mehr Sicherheit und digitale Überwachung

Die neue Strategie für die Jahre 2026 bis 2030 ruht auf einem Fundament aus fünf zentralen Bereichen. Neben einem effizienteren Management des Verkehrssicherheitssystems liegt der Fokus auf der Verbesserung der Infrastruktur und der Fahrzeugsicherheit. Ein wesentlicher Faktor bleibt zudem das Verhalten der Verkehrsteilnehmer, das durch gezielte Maßnahmen positiv beeinflusst werden soll. Ergänzt wird dies durch optimierte Rettungsketten und Maßnahmen nach Unfällen.

Benacer Boulaajoul, Generaldirektor der Nationalen Agentur für Straßenverkehrssicherheit (NARSA), betonte laut Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur MAP, dass für den Erfolg der Strategie eine verbesserte Governance und eine stärkere Digitalisierung unerlässlich seien. Geplant ist unter anderem die Einführung einer digitalen Projektmanagementplattform. Diese soll es ermöglichen, den Fortschritt der einzelnen Maßnahmen in Echtzeit zu überwachen und die Verantwortlichkeiten der beteiligten Ministerien und Institutionen klar zu definieren.

Regionale Einbindung und legislative Anpassungen geplant

Ein entscheidender Aspekt des neuen Entwurfs ist die Dezentralisierung. Minister Kayouh unterstrich die Notwendigkeit, regionale und lokale Behörden sowie gewählte Amtsträger in den Prozess einzubeziehen. Ziel ist es, regionale Pläne zu entwickeln, die den spezifischen Gegebenheiten der einzelnen Gebiete des Königreichs Rechnung tragen.

Flankiert werden diese strukturellen Maßnahmen von legislativen Vorschlägen. Das Studienprojekt sieht vor, bestimmte Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung zu überarbeiten, um auf die aktuellen Herausforderungen reagieren zu können. Trotz der schwierigen Ausgangslage wertet das Ministerium die aktuelle Situation als Chance, durch eine verstärkte sektorübergreifende Koordination und die Mobilisierung der notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen die nationale Leistung im Bereich der Verkehrssicherheit nachhaltig zu steigern.

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