Die neue Regierung in Bogotá entzieht der Polisario-Führung die diplomatische Anerkennung und kündigt eine Neuausrichtung der bilateralen Beziehungen an.
Cali – Kolumbien hat seine Position im Westsahara-Konflikt offiziell geändert und erkennt ab sofort die Souveränität Marokkos über das Territorium an. Zugleich entzieht das südamerikanische Land der selbstproklamierten „Demokratischen Arabischen Republik Sahara“ (SADR) die diplomatische Anerkennung.
Die Entscheidung wurde am Freitag am Rande der Amtseinführung des neuen kolumbianischen Präsidenten Abelardo de la Espriella in Cali bekannt gegeben. Wie das kolumbianische Außenministerium (Cancillería de Colombia) sowie die marokkanische Nachrichtenagentur MAP mitteilten, erfolgte die Ankündigung im Rahmen eines Treffens zwischen Vizepräsident José Manuel Restrepo, Außenminister Omar Bula Escobar und dem marokkanischen Außenminister Nasser Bourita. Bourita reiste im Auftrag von König Mohammed VI. nach Kolumbien, um den Monarchen bei den Amtseinsetzungsfeierlichkeiten zu vertreten.
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Außenminister Bula Escobar betonte bei der Begegnung, Kolumbien erkenne die Souveränität Marokkos über die Region an. Vizepräsident Restrepo sprach von einem „Neuanfang“ in den bilateralen Beziehungen und erklärte, das Königreich sei Kolumbiens erster Verbündeter auf dem afrikanischen Kontinent. Ziel sei der Aufbau einer engen Partnerschaft, unter anderem durch die gegenseitige Nutzung der Länder als wirtschaftliche Plattformen für Lateinamerika und Afrika.
Marokkos Außenminister Bourita bezeichnete die Kurskorrektur Bogotás als „historisch“. Der Rückzug der Anerkennung der SADR schaffe eine neue Grundlage, um die diplomatischen und wirtschaftlichen Kontakte beider Staaten zu vertiefen.
Mit dieser Entscheidung vollzieht die neue Administration unter Präsident de la Espriella eine vollständige Kehrtwende gegenüber der Linie der Vorgängerregierung von Gustavo Petro. Petro hatte im August 2022 die diplomatischen Beziehungen zur Polisario-Front wiederaufgenommen. Mit der aktuellen Wende schließt sich Kolumbien einer Reihe internationaler Staaten an, die in den vergangenen Jahren ihre Haltung im Westsahara-Disput zugunsten der Position Rabats angepasst haben.

