Sportliches Großereignis verbindet Tourismusförderung mit politischer Symbolik rund um den 50. Jahrestag des Grünen Marsches in die Westsahara / marokkanische Sahara
Dakhla – Vom 6. bis 12. Oktober 2025 richtet die Stadt Dakhla die 15. Ausgabe der Kitesurf-Welt-Cup GKA aus. Das Turnier, das den Namen von Kronprinz Moulay El Hassan trägt, steht unter der Schirmherrschaft von König Mohammed VI. und gilt laut der marokkanischen staatlichen Nachrichtenagentur MAP als eines der Aushängeschilder für den Sport- und Tourismusstandort der Region.
An dem Wettbewerb nehmen über 50 internationale Sportlerinnen und Sportler aus Ländern wie Australien, Italien, Frankreich, Brasilien, Deutschland und Kap Verde teil. Zuvor wird ein rein inländischer Wettkampf mit rund 20 marokkanischen Athleten ausgetragen.
Sportliches Schaufenster und politische Botschaft
Die Austragung in Dakhla fällt mit den Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag des sog. Grünen Marsches zusammen – einem historischen Ereignis, der in Marokko eng mit der Eingliederung der Westsahara / marokkanischen Sahara verbunden ist. Die Veranstalter heben hervor, dass die Meisterschaft neben dem sportlichen Wettbewerb auch eine symbolische Bedeutung habe, indem sie Dakhla als ein der „Welthauptstädte des Boardsports“ positioniere (Quelle: MAP, 23.09.2025).
Wirtschaftlicher Nutzen durch Sporttourismus
Neben der internationalen Aufmerksamkeit versprechen sich die Organisatoren auch konkrete wirtschaftliche Effekte. Laut MAP trägt die Veranstaltung seit 15 Jahren zur touristischen Entwicklung der Stadt bei, indem Infrastruktur im Bereich Sport, Freizeit und Luftverkehr ausgebaut wurde. Ein speziell eingerichtetes „Event-Dorf“ soll zudem Bildungs- und Umweltprogramme anbieten, darunter Workshops für Kinder und Studierende sowie Initiativen für nachhaltige Entwicklung.
Zwischen Sport, Imagepflege und regionaler Politik
Während marokkanische Stellen die Veranstaltung als Beweis für den internationalen Ruf Dakhla betonen, wird die Wahl des Austragungsortes in der Westsahara / marokkanische Sahara von Beobachtern teils auch als politisches Signal gesehen. Die Verbindung von Sporttourismus und nationalen Jahrestagen deutet auf einen doppelten Zweck hin: einerseits die Positionierung als globaler Sportstandort, andererseits die Festigung des politischen Anspruchs auf die Region.
Der Kitesurf-Welt-Cup in Dakhla ist damit mehr als ein sportliches Event. Sie verbindet den internationalen Wettbewerb mit touristischen, kulturellen und politischen Dimensionen. Während die sportliche Leistung und die Attraktivität Dakhla als Reiseziel im Vordergrund stehen, bleibt die Frage, wie stark die Veranstaltung auch zur politischen Positionierung im Kontext der Westsahara beiträgt. Hinsichtlich des marokkanischen Hoheitsanspruch auf die Region erlebt das nordafrikanische Königreich zunehmend internationale Unterstützung. So unterstützt eine Vielzahl von Ländern den von Rabat vorgelegten Autonomieplan. Zahlreiche arabische und afrikanische Staaten haben auch schon Konsulate in der Region eröffnet. Bereits 2020 erkannten die USA die Westsahara als Teil Marokkos an, ebenso Israel und die Golfstaaten. Zuletzt stützten auch Spanien und nun auch Frankreich die Position Marokkos. Solche internationalen Sportevents, gleich ob groß oder eher kleiner, sollen diese internationale Akzeptanz belegen.

