Sébastien Lecornu reist für seine erste offizielle Auslandsreise nach Marokko. Begleitet von rund zehn Ministern stehen bilaterale Gespräche und die Unterzeichnung neuer Abkommen im Mittelpunkt.
Rabat – Am späten Mittwochnachmittag (15. Juli) wird der französische Premierminister Sébastien Lecornu zu seinem ersten offiziellen Auslandsbesuch seit seinem Amtsantritt in Marokko eintreffen. In Begleitung einer rund zehnköpfigen Ministerdelegation reist der Regierungschef nach Rabat, um die bilateralen Beziehungen weiter zu vertiefen.
Wie das Büro des französischen Premierministers (Matignon) und marokkanische Regierungsquellen übereinstimmend bestätigten, wird Lecornu bei seiner Ankunft am Flughafen von seinem marokkanischen Amtskollegen Aziz Akhannouch sowie weiteren Regierungsmitgliedern empfangen. Noch am Mittwochabend steht ein erstes Vieraugengespräch zwischen den beiden Regierungschefs auf dem Programm. Parallel dazu finden separate bilaterale Treffen verschiedener Ministerien statt.
Umfangreiches Programm und Abkommen
Zu der französischen Delegation gehören unter anderem Außenminister Jean-Noël Barrot und Innenminister Laurent Nuñez. Am Donnerstagmorgen (16. Juli) ist ein weiteres bilaterales Treffen zwischen Lecornu und Akhannouch angesetzt, gefolgt von einer gemeinsamen Pressekonferenz.
Im Anschluss leiten die beiden Regierungschefs im marokkanischen Außenministerium die Plenarsitzung der Hohen Gemeinsamen Kommission für bilaterale Zusammenarbeit. An diesem Treffen nehmen die Delegationen beider Länder teil. Es ist das erste hochrangige Treffen dieser Art seit dem Amtsantritt des neuen französischen Botschafters in Marokko, Philippe Lalliot. Der Besuch soll in der Unterzeichnung mehrerer Abkommen in verschiedenen Bereichen gipfeln. Zudem stehen eine Kranzniederlegung am Mausoleum von Mohammed V. sowie ein offizielles Mittagessen auf dem Programm, bevor die Delegation am Donnerstagnachmittag wieder abreist.
Wirtschaftliche Triebfeder
Der Besuch findet vor dem Hintergrund enger wirtschaftlicher Beziehungen statt. Das bilaterale Handelsvolumen erreichte im Jahr 2024 einen Höchststand von 14,8 Milliarden Euro. Marokko nimmt über 40 Prozent der französischen Exporte nach Afrika ab, insbesondere in den Sektoren Transport, Elektronik, Chemie und Kosmetik. Gleichzeitig stiegen die französischen Importe aus Marokko im Jahr 2024 um 4,4 Prozent. Frankreich ist Marokkos wichtigster Wirtschafts- und Finanzpartner, während Marokko Frankreichs größter Kunde und Lieferant auf dem afrikanischen Kontinent ist.
Diplomatisch hatten sich die Beziehungen nach der Anerkennung der marokkanischen Souveränität über die Westsahara durch den französischen Präsidenten Emmanuel Macron im Sommer 2024 normalisiert. Auch die bilaterale Sicherheitskooperation wurde seither in vollem Umfang wieder aufgenommen.
Marokko – Staatsbesuch von König Mohammed VI. in Frankreich für Herbst erwartet

